Erdbeben in den USA - Pentagon evakuiert

Sichtlich geschockte Menschen verließen ihre Arbeitsplätze in Washington DC.
Foto: AP

Die Erdstöße an der Ostküste hatten eine Stärke von 5,9. Sekundenlang schwankten zahlreiche Gebäude in der US-Hauptstadt Washington.

Bange Minuten an der US-Ostküste: Nach einem Erdbeben sind in Washington das US-Verteidigungsministerium und zahlreiche Gebäude vorübergehend evakuiert worden. Die Erdstöße gegen 19.50 Uhr MESZ hatten eine Stärke von 5,9 und waren noch in New York zu spüren. Das Beben dürfte weitgehend glimpflich verlaufen sein, Angaben zu möglichen Verletzten gab es nicht. Laut CNN gab es im Pentagon einen Wasserrohrbruch sowie Schäden an der National Cathedral in Washington.

Die nationale Flugsicherung ordnete jedoch an, dass Flugzeuge in Philadelphia, Washington und allen New Yorker Flughäfen am Boden bleiben mussten. Die Start- und Landebahnen sollten auf Schäden untersucht werden. Am nahe gelegenen Washingtoner Flughafen Ronald Reagan wurde der Flugbetrieb fortgesetzt.

Atomkraftwerke

Sichtlich geschockte Menschen verließen ihre Arbeitsplätze in Washington DC. Foto: AP Sichtlich geschockte Menschen verließen ihre Arbeitsplätze in Washington DC.

Zwei Atomkraftwerke im US-Bundesstaat Virginia wurden nach dem Erdbeben abgeschaltet. Es soll an ihnen aber keine Schäden geben, wie CNN und anderen Medien wie Fox News berichteten. Die Stromversorgung sei unterbrochen worden, teilte die US-Atombehörde NRC (Nuclear Regulatory Commission) mit. Die zwei Reaktoren des AKW North Anna in Mineral würden über Diesel-Generatoren versorgt.

In der US-Hauptstadt schwankten sekundenlang zahlreiche Gebäude, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele Menschen rannten auf die Straße. Etliche versuchten, ihre Angehörigen oder Freunde per Handy zu erreichen, aber die Telefonverbindungen waren gestört. Auch in der U-Bahn waren die Erdstöße zu spüren, der Bahnbetrieb wurde jedoch nicht unterbrochen.

Das Zentrum des Bebens befand sich etwa 140 Kilometer von der US-Hauptstadt entfernt im Bundesstaat Virginia. Zunächst hatte die Erdbebenwarte seine Stärke mit 5,8 angegeben. Auch in New York verließen tausende Menschen Gebäude in der Nähe des Justizpalasts südlich von Manhattan, um unter freiem Himmel auf Entwarnung zu warten. Anzeichen von Panik waren nicht zu beobachten. Einige Veranstaltungen mussten abgebrochen werden, darunter die Pressekonferenz des Staatsanwalts Cyrus Vance zum Fall Dominique Strauss-Kahn.

Kursverluste

Auch auf Martha's Vineyard, dem Urlaubsort von Präsident Barack Obama, im Staat Massachusetts sollen die Erschütterungen zu spüren gewesen sein.

In Virginia gibt es fast alle ein bis zwei Jahre kleinere Erdbeben, die keine oder nur geringe Schäden verursachen. Das letzte Erdbeben mit großen Folgeschäden ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS im Jahr 1875. Es hatte eine Stärke von 4,8. Ein so heftiges Beben wie am Dienstag mit der Stärke 5,9 gab es zuletzt im Jahr 1897. Erdbeben im Osten der USA sind zwar seltener als im Westen des Landes, sie sind aber oft über eine größere Region zu spüren.

"Es war eines der stärksten Erdbeben, die wir bislang dort gehabt haben", sagte am Dienstag die Seismologin Lucy Jones von der US-Erdbebenwarte dem TV-Sender CNN. Alte Gebäude in der Nähe des Epizentrums könnten beschädigt worden sein. Es sei mit Nachbeben zu rechnen, fügte sie hinzu.

An der Wall Street gaben die Kurse kurz nach dem Beben kurzzeitig etwas nach. Sie erholten sich im Verlauf aber wieder.

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(APA / stb) Erstellt am
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