Politik 03.01.2012

Endstation Schulden: Wenn Menschen in Konkurs gehen

Endstation Schulden: Teure Autos, Handys, Einkaufen auf Pump – jährlich müssen in Österreich 762.000 Löhne gepfändet werden.

Schenken bereitet Freude – kann aber auch in der Pleite enden. „Gerade beim Kauf auf Pump müssen Käufer noch lange nach Weihnachten am gut gemeinten Geschenk zahlen“, warnt Wiens Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). „Kommen sie mit der Zahlung in Verzug, steigen die Zinsen – und die Schuldenfalle schnappt zu.“

Hunderttausende Haushalte in Österreich haben akute Geldprobleme; 100.000 bis 150.000 Personen sind nach Einschätzung des Kreditschutzverbandes pleite. 762.000 Löhne müssen jährlich gepfändet werden. Im November 2011 stieg die Zahl der Privatkonkurse gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Prozent. „Wir stellen bei vielen überschuldeten Menschen fest, dass sie mit Geld einfach nicht umgehen können“, sagt Alexander Maly von der Schuldnerberatung Wien.

„Die finanziellen Anfragen sind seit 2008 massiv gestiegen“, berichtet auch Martin Litschauer von der Caritas-Sozialberatung. Weil Menschen wie Izabela und Marcel kurzfristig ihre Arbeit verloren haben, weil sie von ihrem Partner verlassen wurden, oder weil sie eine längere Krankheit hinter sich haben. Litschauer: „Plötzlich ist das, was leistbar war, nicht mehr leistbar.“ Da stelle schon eine kaputte Heizung ein unüberwindbares Hindernis dar.

Immer öfter geraten Frauen in die Schuldenfalle, viele davon sind alleinstehend oder alleinerziehend. „Dank“ Handy und Jugendkonto können sich heute schon Jugendliche verschulden – das gab es früher nicht.

Tipps: Das rät die Schuldnerberatung

Vorrang Miete, Energie und Lebensbedarf-Kosten haben Vorrang vor allen anderen Zahlungen. Alimentationsschulden und Verwaltungsstrafen sind gefährlich: Können sie nicht gezahlt werden, droht eine Haftstrafe. Das Girokonto nicht überziehen – das ist der Kredit mit den höchsten Zinsen.

Hilfe: www.schuldnerberatung.at

 

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( KURIER ) Erstellt am 03.01.2012