Politik 05.12.2011

Elsners "wollen in Österreich bleiben"

Obwohl der Ex-Bawag-Chef nach seiner Enthaftung das Land verlassen dürfte, wollen die Elsners vorerst keinen Gebrauch von der neuen Freiheit machen.

Während sich der Zustand von Helmut Elsner laut dem Herzspezialisten im Wiener Wilhelminenspital, Primar Kurt Huber, langsam bessert (der KURIER berichtete), hat die Suche nach einem geeigneten Reha-Platz für den ehemaligen Bawag-Generaldirektor begonnen. Laut Ehefrau Ruth Elsner soll die Kur in Österreich stattfinden.

Im Lauf der nächsten Woche soll Helmut Elsner aus dem Wilhelminenspital entlassen werden. Ob es dann direkt in ein Rehabilitationszentrum oder zunächst noch in die Privatwohnung geht, ist noch unklar. "Das hängt davon ab, wie schnell wir einen Reha-Platz bekommen", sagte Ruth Elsner am Samstag.

Bestätigt ist hingegen, dass das Ehepaar zunächst in Österreich bleiben will. "Ich möchte nach der langen Trennung auf jeden Fall bei meinem Mann sein und da meine Eltern in Österreich im Pflegeheim sind und ich mich auch um sie kümmern muss, wollen wir auch die Kur hier in Österreich machen", verriet Ruth Elsner dem KURIER.

Haftprüfung

Ruth Elsner will mit ihrem Mann Helmut vorerst im Lande bleiben. „Mit Rücksicht auf meine Familie suchen wir nach einem Rehabilitationszentrum in Österreich“
© Bild: Reuters

Barsch reagierte sie auf Fragen nach der in Aussicht gestellten neuerlichen Überprüfung der Haftunfähigkeit Elsners in acht bis neun Monaten. "Es ist pervers, dass die Leute wenige Stunden nach der Enthaftung eines todkranken Menschen fragen, wie schnell er wieder eingesperrt werden soll." Die Frage, die sie sich stelle, ist jene nach dem Investmentbanker Wolfgang Flöttl: "Wie lange darf denn Herr Flöttl noch in Freiheit sein? Wie kann es denn sein, dass der wahre Täter frei in New York herumläuft?"

Noch vor Helmut Elsner wird jedenfalls die Gesundheit von Johann Zwettler, Elsners Nachfolger an der Spitze der Bawag, überprüft - er hatte seine fünfjährige Freiheitsstrafe aus dem Bawag-Urteil wegen Haftunfähigkeit niemals antreten müssen.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011