Politik
05.12.2011

Ein Quartett auf der Suche nach der Wahrheit

Vier Personen sollen mit als "Kommission Wilhelminenberg" die Vorwürfe aufklären.

Vier Mitglieder umfasst die "Kommission Wilhelminenberg". Barbara Helige ist deren Vorsitzende. Die langjährige Familienrichterin ist seit 2000 Vorsteherin des Bezirksgerichts Döbling, war von 1998 bis 2007 Präsidentin der österreichischen Richtervereinigung und ist seit 2009 Präsidentin der österreichischen Liga für Menschenrechte. "Ich war schon Familienrichterin, als die ,g'sunde Watschn' noch im Gesetz verankert war", sagte Helige bei der Präsentation der Kommission. Und: "Diese Ereignisse müssen ohne Rücksicht auf irgendwelche Interessen aufgeklärt werden." Dass Kinder in "derartigen Heimen gelandet sind, hat mir Schrecken bereitet."

Helge Schmucker, seit 1974 im Strafrecht tätig, ist ehemalige Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs. Helige sagt über sie, dass sie "umfassendste Kenntnisse im Strafrecht" aufweise. Schmucker selbst will vor allem die Verjährungsfristen prüfen und herausfinden, wer die Aufsicht über die Kinder unterlassen hat, denn: "Gehört hat man immer wieder von den Übergriffen."

Gabriele Wörgötter ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Ärztin für psychotherapeutische Medizin und gerichtlich beeidete Sachverständige. Sie will aufklären, welche Rolle die Psychiatrie damals gespielt hat: "Es ist anzunehmen, dass seitens der Psychiatrie verdeckt wurde. Und sie hat möglicherweise mitgewirkt, dass Dinge nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind."

Michael John, Universitätsprofessor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Uni Linz, war maßgeblich an der Aufarbeitung der Kinderheimgeschichte in Oberösterreich beteiligt. Seine Ausstellung über die Heime hat für Aufsehen gesorgt. Ehemalige Erzieher drohten gar mit einer Klage. John: "Ich weiß, welche Quellen notwendig sind, und kann sie auch beurteilen."

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