Politik 05.12.2011

"Dieser Prozess ist in jeder Dimension bizarr"

© Bild: apa

Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, im Gespräch mit dem KURIER.

Für Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, sollte der Fall Adelsmayr vor einer Ethikkommission, und nicht vor dem Strafrichter landen, sagt er im Gespräch.

KURIER: Wie beurteilen Sie aus der Ferne die Vorwürfe gegen Dr. Adelsmayr?
Heinz Patzelt: Zu den medizinischen Grundlagen kann ich nichts sagen. Für mich wäre dieser Fall aber ein Fall für eine Ethikkommission. Das ist maximal eine fahrlässige Tötung, niemals ein Vorsatzdelikt. Der Prozess ist in jeder Dimension bizarr. Sowohl medizinisch-ethisch, strafrechtlich und menschenrechtlich sowieso.

Dennoch droht Herrn Adelsmayr die Todesstrafe. .
Unter einer solchen Strafandrohung dort zu leben, ist unerträglich. Wie gesagt, ist der Fall eher eine medizinisch-ethische Frage. Die Bedrohung mit der Todesstrafe an sich ist eine schwere Menschenrechtsverletzung.

Wie beurteilen Sie das Justizsystem in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Das ist eine absurde Anklage, die aber auch in anderen Ländern passieren kann. Wir ( Anm. AI ) dürfen dort nicht tätig sein, sammeln aber Beobachtungen. Jetzt geht es darum, dass dieser Fehler erkannt wird. Die höheren Instanzen sind dort relativ rechtsstaatlich.

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Erstellt am 05.12.2011