Politik
15.04.2012

Die Wutminister

Viele Ex-Politiker glauben im Nachhinein alles besser zu wissen. Ein bissl spät.

Nach den Wutbürgern kommen die Wutminister. Besser gesagt: Die Wut-Ex-Minister. Die Suchmaschine Google kennt das Wort noch nicht. Wenn man nach "Wutminister" sucht, wird einem der Begriff "Wutmonster" vorgeschlagen. Aber damit ist wahrscheinlich etwas anderes gemeint.

Wutminister sind jene ehemaligen politischen Würdenträger, die im Nachhinein alles besser wissen und erbost über die aktuelle Politik sind. Manche haben ja vielleicht in der Sache sogar recht, wie etwa zuletzt die Gründer des Bildungsvolksbegehrens oder einige Mitglieder des Altherrenkomitees. Bei den meisten fragt man sich aber schon, warum denn der Reformwille während der eigenen Amtszeit nicht ganz so stark ausgeprägt war. Oder war wirklich früher alles besser, wie diese Initiativen suggerieren? Jede Zeit hat die Politiker, die sie verdient, aber das nur nebenbei...

Wenn nun Andrea Kdolsky, die Ex-Gesundheitsministerin, die unheilbaren Krankheiten des Gesundheitswesens anspricht, klingt das jedenfalls bizarr. Aber gerade Kdolsky hatte ja für Seltsamkeiten stets viel übrig.

Trotzdem ist es immer noch besser, Ex-Politiker machen mit Zurufen aus der Muppet-Loge auf sich aufmerksam als mit Gerichtsprozessen.

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