Politik 12.12.2011

Die SPÖ bleibt Nummer eins, Faymann stürzt ab

Alle fünf Parteien stagnieren in der Sonntagsfrage. Aber der SPÖ-Chef hat den Kanzler-Bonus so gut wie verspielt.

Sie hätten Stimmung für ihn machen sollen. Aber die gefälschten Freunde des Kanzlers haben jüngsten Umfragen zufolge das Gegenteil bewirkt: Während sich in der Sonntagsfrage so gut wie nichts bewegt, ist Werner Faymann in der Kanzlerfrage im freien Fall. Nur 20 Prozent würden ihn direkt zum Regierungschef wählen - fünf Prozent weniger als im September. "Der Kanzlerbonus ist quasi weg", sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Der Wert ist bemerkenswert schlecht: "Früher hätten 30, 40 Prozent angegeben, dass sie den jeweils amtierenden Kanzler direkt wählen würden." Bachmayer ist überzeugt, dass ein Grund die Vorwürfe rund um Manipulationsversuche aus dem SPÖ-Umfeld - etwa auf Faymanns Facebookseite - sind.

"Insofern ist der Befragungszeitpunkt unglücklich für ihn." Im Vergleich zu den politischen Debatten - etwa um die Schuldenbremse - sei Facebook ein Nebenschauplatz, aber für die Bevölkerung gehe es wohl um Glaubwürdigkeit, so Bachmayer. "Das wird mehr beachtet, als manche annehmen. Und eigentlich ist das ja die unangenehme Fortsetzung der Debatte um die Inserate." Dass der Kanzler abrutscht und sein Vize stagniert, während sie gerade Handlungsfähigkeit beweisen wollen, erklärt Bachmayer so: SPÖ und ÖVP seien sich nur über den Gebrauch des Schlagwortes "Schuldenbremse" einig, "konkret ist aber nichts passiert". Dass es um die Glaubwürdigkeit des Kanzlers gehen dürfte, unterstreicht auch die Sonntagsfrage: Hier hält die SPÖ stabil die Poleposition; Faymann verliert also als Person an Zustimmung. Die einzige Veränderung zur letzten Sonntagsfrage im September: Die Grünen haben ein Prozent zugelegt.

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© Bild: KURIER

Eine Tendenz der vergangenen Umfragen festigt sich in der neuen Erhebung, sagt Bachmayer: "Bei den bis 30-Jährigen ist FPÖ-Chef Strache klare Nummer eins in der Kanzlerfrage, auf Platz zwei kommt die Grüne Glawischnig." Bei der Frage nach der gewünschten Koalitionsform liegt Rot-Schwarz in der Gesamtbevölkerung zwar noch mit 29 Prozent vorne. Auch hier tickt die Jugend aber anders: Hier wäre Schwarz-Blau mit 23 Prozent die beliebteste Variante.


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( Kurier ) Erstellt am 12.12.2011