Politik
28.12.2011

Die Odyssee im Wüstenstaat

Eugen Adelsmayr, 52, soll den Patienten Ghulam Ellahi Bakhsh durch eine Überdosis Morphium, zu wenig Sauerstoff, und durch eine Order, ihn nicht mehr zu reanimieren, getötet haben. Am 16. Jänner 2009 wird der Pakistani ins „Rashid Hospital“ eingeliefert. Diagnose: Hirnstamm verletzt, der Körper vom Hals abwärts gelähmt. Er stirbt am 21. Februar 2009. Eine Obduktion findet nie statt.

Als Adelsmayr, der leitende Anästhesist, im Frühjahr 2009 bereits in einem anderen Spital tätig ist, leitet ein Ex-Kollege eine interne Untersuchung ein. Zu Weihnachten 2009 reist Adelsmayr das letzte Mal zu seiner Familie nach Bad Ischl. Im Dezember 2010 spricht ihn das „Higher Committee for Medical Liabality“ frei. Ein Ex-Kollege zeigt ihn nochmals an. Im Mai 2010 starten die Ermittlungen wegen Mordes. Adelsmayr wird der Pass abgenommen.

Im Juli 2011 erhebt der Staatsanwalt Anklage wegen „geplanten Mordes“. Noch im selben Monat beginnt der Prozess, der Arzt wird suspendiert. Kurz nach der zweiten Prozessrunde wird bei seiner Ehefrau in Bad Ischl eine schwere Krankheit diagnostiziert.

Er darf nach langem Tauziehen seine Frau besuchen, ist seit Ende September nur für die Prozesstermine in Dubai. Bisher waren Zeugen am Wort, die großteils den Angeklagten entlasteten. Erst im Dezember langten der Krankenakt und der Untersuchungsbericht der Gesundheitsbehörde ein. Die Manipulation flog auf.

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