Politik
26.03.2012

Deutschpflicht bei Predigt "nicht akzeptabel"

Die Islamische Glaubensgemeinschaft hält eine verpflichtend auf Deutsch gehaltene Predigt auch nicht für sinnvoll.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ist gegen eine Deutschpflicht für Imame. So begrüße man zwar jede Initiative einzelner Moscheen, die Predigt auf Deutsch zu halten,  sei jedoch "gegen jede Art von Zwang", hieß es am Montag in einer Stellungnahme des Schulamtes der IGGiÖ. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz hatteam Sonntag betont, dass Imame langfristig nur mehr in Österreich ausgebildet werden müssten.

Die Ausbildung der Imame in Österreich soll laut IGGiÖ sowohl einen Beitrag zur Integration leisten als auch jeglicher Radikalisierung entgegenwirken. Dies bedeute aber nicht, dass dies als eine reine Gegenmaßnahme verstanden werden darf, da dies der der Bedeutung und der Akzeptanz der Imame-Ausbildung in Österreich unnötig schaden würde. "Schließlich ist die Ausbildung der Geistlichen ein Grundrecht aller in Österreich rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften", so das Schulamt der IGGiÖ.

Zwang zur Predigt in Deutsch ist für die IGGiÖ "nicht akzeptabel und weder gesetzlich vertretbar noch sinnvoll". Auch zahlreiche rechtlich anerkannte Religionsgemeinschaften in Österreich würde je nach Bedarf ihre Predigten in anderen Sprachen abhalten. "Auch in den Moscheen soll die Sprache der Predigten dem Bedarf der Mitglieder entsprechen."