Politik 01.04.2012

Deutschland: Lenas Mörder ist gefasst

Die Elfjährige wurde in einem Parkhaus sexuell missbraucht und getötet. Der 18-jährige Täter beruft sich auf "Erinnerungslücken".

Erleichterung in Emden: Der Mörder der elfjährigen Lena ist in Haft. Der 18-jährige David H. hat gestanden, das Mädchen in einem Parkhaus in Emden, Ostfriesland, getötet zu haben. Lena wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Der Täter beruft sich auf "Erinnerungslücken".

300 Hinweise aus der Bevölkerung und Bilder der Überwachungskamera führten die Polizei zu dem 18-Jährigen. Ein DNA-Test untermauerte den Verdacht gegen den Emdener, erklärten die Ermittler am Sonntag. Staatsanwalt Bernard Südbeck sagte, dass es nicht nur Indizien, sondern auch handfeste Beweise gebe.

Parkhaus-Kletterer

Der Verdächtige betreibt laut dem Leiter der Mordkommission, Werner Brandt, die Sportart Parkour – einen modernen Klettersport, den der 18-Jährige auch im Parkhaus ausübte. Dadurch seien ihm die Örtlichkeiten bekannt gewesen. Ob eine Tatwaffe bei dem Mann gefunden wurde, ließ Brandt mit Hinweisen auf die laufenden Ermittlungen zunächst offen. Er sprach lediglich von Gegenständen, die sichergestellt wurden.

Der DNA-Test ergab, dass David H. für ein weiteres Sexualdelikt im November 2011 in Emden verantwortlich war: Damals war eine Joggerin in der Nähe des Parkhauses überfallen worden.

Die elfjährige Lena war am 24. März mit einem gleichaltrigen Freund zu einer Radtour aufgebrochen – die Kinder wollten in den Emder Wallanlagen Enten füttern. Der Bub kam wenig später nach Hause und teilte seiner Mutter mit, dass er Lena im Bereich des Parkhauses verloren habe. Die Frau verständigte Lenas Eltern. Bei der Suche im Parkhaus entdeckte ein Wachmann die Leiche der Schülerin.

Entschädigung für 17-Jährigen

Im Fall Lena war zunächst ein 17-Jähriger festgenommen worden, dessen Schuldlosigkeit sich später zeigte. Der Berufsschüler wird eine Entschädigung erhalten. "Die erste Festnahme des 17-Jährigen ist in der Rückschau als bedauerlich anzusehen", sagte Bernard Südbeck. Der junge Mann habe sich aber in Widersprüche verwickelt und falsche Angaben gemacht. Die Festnahme des 17-Jährigen war über Facebook schnell verbreitet worden. Danach waren Lynchaufrufe im Internet aufgetaucht.

( Kurier ) Erstellt am 01.04.2012