© Gerald Reischl

Politik
12/05/2011

Deutscher fiel wohl Kannibalen zum Opfer

Auf der Südsee-Insel Nuku Hiva ist ein deutscher Segler verschollen. Dahinter dürfte ein grausames Verbrechen stecken.

Ein 40-jähriger Deutscher, der seit einer Woche als vermisst gilt, ist wahrscheinlich an einem paradiesischen Ort einem grausigen Verbrechen zum Opfer gefallen. Auf der zu Frankreich gehörenden Südsee-Insel Nuku Hiva führte vergangene Woche ein Spurensucher Gendarmen zu einer frischen Feuerstelle. In der auf mehreren Quadratmetern verstreuten Asche entdecken die Beamten Knochen, Zähne mit Prothesen, Kleiderreste, Knöpfe, verschmortes Metall.

Nach Ansicht des zuständigen Staatsanwalts steht fest, dass es sich um den Ort eines Verbrechens handelt. Ein menschlicher Körper sei dort zerstückelt und dann zusammen mit Tierkadavern verbrannt worden. Unklar bleibt aber nach wie vor, ob es der Körper des verschwundenen Deutschen war. Auch wenn die Behörden betonen, dass es handfeste Hinweise zu dieser Annahme gibt, dürften erst die DNA-Untersuchungen in einem Pariser Gendarmerie-Labor Gewissheit geben. Und die könnten mehrere Wochen dauern.

Jagdausflug

Alles, was bisher über die Umstände des mysteriösen Verschwindens bekannt ist, stammt von der Lebenspartnerin des 40-Jährigen. Die drei Jahre jüngere Frau hatte erklärt, sie hätten etwa eine Woche nach ihrer Ankunft auf der Insel Nuku Hiva einen Einheimischen kennengelernt. Er habe ihren Partner für den Folgetag zu einem Jagdausflug ins abgelegene Hakaui-Tal eingeladen.

Beide seien losmarschiert, doch nach einer Weile sei der Einheimische allein aus dem Tal zurückgekehrt und habe der Frau berichtet, ihr Freund sei verletzt und bräuchte dringend Hilfe. Sie sei mitgekommen, doch plötzlich habe er sie mit einer Waffe bedroht, sexuell belästigt und am Ende an einen Baum gebunden. Sie konnte sich allein befreien und alarmierte die Behörden. Nach dem 31-jährigen Jäger wird als Tatverdächtigem gefahndet. Er wird des Mordes, der Entführung und des sexuellen Missbrauchs verdächtigt.

Die beiden Deutschen waren seit April 2008 mit einem Segelboot auf Weltreise, Ende August diesen Jahres hatten sie das in Französisch-Polynesien gelegene Archipel der Marquesas-Inseln erreicht. Die Region fürchtet nun negative Auswirkungen auf den Tourismus.