Politik
31.12.2011

Datumsgrenze: 3x "Prost" für Astronauten

Die ISS-Besatzung feiert mehrmals Silvester. Die Datumsgrenze machte nicht nur eine Reise "In 80 Tagen um die Welt" möglich.

Gleich 16 Mal überquert die Internationale Raumstation in der Silvesternacht die Datumsgrenze. "Prost Neujahr" heißt es trotzdem nur drei Mal. Die Besatzung stößt jeweils dann an, wenn es am Sitz des Kontrollzentrums in Moskau, im Hauptquartier der US-Weltraumbehörde NASA in Houston sowie nach Greenwich-Zeit Mitternacht ist. Das teilte das Flugleitzentrum am Samstag laut Nachrichtenagentur Interfax mit. Auf Promille muss die Crew aber verzichten - Alkohol ist an Bord der ISS streng verboten. Zur Feier des Tages gibt es aber ein Festmahl.

Die Datumsgrenze ist eine imaginäre Grenze am 180. Längengrad. Zwar erkannten schon die ersten Weltumsegler, wie wichtig eine solche Linie ist. Die Grundlage für die heutige Grenze schuf jedoch erst 1884 die Standardzeit-Konferenz in Washington. Sie legte die Lage des Nullmeridians und das System der 24 Zeitzonen zu je 15 Grad geografischer Länge fest.

Ein Reisender, der die Linie von Osten nach Westen überschreitet, ist einen Tag voraus. Wer von Westen nach Osten über die Datumsgrenze reist, gelangt in den vorherigen Tag. Die Datumsgrenze soll die Unterschiede in der Zeit ausgleichen, die durch die Rotation der Erde entstehen. Als erste Erdenbewohner begrüßen übrigens die rund 200.000 Einwohner von Samoa, Tokelau und der Linie-Inseln im Pazifik das neue Jahr 2012.

Literarischer Exkurs

Die Datumsgrenze hat einem Mann zum Sieg verholfen: Phileas Fogg aus Jules Vernes` Roman "In 80 Tagen um die Welt". Er fürchtete er schon, seine Wette verloren zu haben. Doch mit dem Überschreiten der Datumsgrenze in östlicher Richtung hatte er auf seiner Reise einen ganzen Tag dazugewonnen und ging als Sieger hervor.