Politik 25.01.2012

"Das Engagement der USA in Europa wird stark bleiben"

© Bild: Kurier/Gruber

Philip Reeker, der für die Balkanstaaten zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, sprach mit dem KURIER.

Wer behauptet, dass Amerika im Niedergang begriffen ist, liegt falsch“, donnerte US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation. Das Gegenteil sei der Fall: „Amerika bleibt die eine, unverzichtbare Nation in Welt-Affären.“ Doch dass die Supermacht wegen ihrer massiven Finanzprobleme selbst bei der bisher sakrosankten Verteidigung Abstriche machen muss, zeigt sich allein am Beispiel Europa. Zwischen 10.000 und 15.000 US-Soldaten werden demnächst aus Deutschland und Italien abgezogen.

Gänzlich unberührt von diesen Plänen sei das amerikanische Engagement in den Ländern Südosteuropas, versichert der für die Balkanstaaten zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, Philip Reeker. Mit dem KURIER sprach er am Mittwoch in Wien über ...

... Abzugspläne aus dem Kosovo Es gibt derzeit überhaupt keine Pläne, unsere Truppen, die im Rahmen der KFOR im Einsatz im Kosovo sind, zu reduzieren. Immer wieder auftauchende Gerüchte, wonach wir unser Camp Bondsteel schließen, sind absolut haltlos. Ich sehe überhaupt keine Veränderung: Unser gesamtes Engagement in Europa bleibt stark, auch wenn die USA nun vermehrt ihre Interessen auf den asiatisch-pazifischen Raum richten.

... die Interessen der USA in Südosteuropa Unsere Politik gegenüber allen Ländern Südosteuropas ist es, sie in die transatlantischen Institutionen zu integrieren, in die NATO, aber auch in die EU. Wir arbeiten sehr eng mit Brüssel zusammen. Wir wollen alle diese Länder – Serbien, Montenegro, Bosnien, Albanien, Mazedonien und Kosovo – in der Europäischen Union sehen.

Bietet die EU die perfekte Lösung für sie alle? Nein, aber diese Institution, zusammen mit anderen wie etwa der OSZE, hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, in der Region Stabilität und Prosperität zu garantieren. In den vergangenen Jahren gab es in dieser Hinsicht einen riesigen Fortschritt.

... mögliche neue NATO-Mitglieder Wir halten die NATO-Tür für alle Länder Südosteuropas offen – sei es in Form einer vollen Mitgliedschaft oder einer Partnerschaft-für-Frieden, wie sie ja auch Österreich praktiziert. Jedes Land kann selbst entscheiden, wie es vorgeht. Kroatien und Albanien sind seit 2009 Mitgliedstaaten, die anderen haben große Fortschritte der Annäherung gemacht oder, wie Serbien, an einigen Partnerschaft-Aktivitäten teilgenommen.

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Erstellt am 25.01.2012