Politik 31.12.2011

Ciao Böller: Ruhiges Silvester in Italien

© Bild: dpa/Marc Müller

Viele große italienische Städte sprachen dieses Jahr ein Verbot von Knallkörpern zu Silvester aus.

Böller Adieu! Die italienischen Großstädte sagen der Silvesterknallerei den Kampf an. Von Venedig bis Palermo, zahlreiche Kommunen haben aus Sicherheitsgründen ein Verbot für Böller und Feuerwerkskörper samt saftigen Strafandrohungen verfügt.Wer etwa in Turin das Verbot missachtet und ertappt wird, zahlt gleich 500 Euro.

Gerade ältere Menschen und Kleinkinder sollten vom Höllenlärm zum Jahreswechsel verschont werden, die Knaller würden außerdem Haustiere erschrecken, erklärte der Gemeinderat der Großstadt.

Auch Mailand verbietet die Knallerei zu Silvester. Bürgermeister Giuliano Pisapia unterzeichnete eine Verordnung, mit der man sich durch das Zünden von Feuerwerken und Böllern strafbar macht, weil diese die Luft verschmutzen. Zurzeit führt die lombardische Industriemetropole einen Kampf gegen Smog. Auch Siena, Modena und Bari haben Knallkörper verboten. Sogar in Süditalien, wo Silvesterknallerei besonders populär ist, wurden Verbote eingeführt. Palermo verzichtet aus Sicherheitsgründen auf das traditionelle Feuerwerkspiel im Stadtzentrum. Auch in Venedig wurden Knallkörper zu Silvester verboten. "Keine Knaller, sondern Küsse", heißt das Motto der Lagunenstadt, die für die Silvesternacht auf dem Markusplatz eine "Massenküsserei" organisiert hat.

Monti-Bomben

Kein Knallverbot gibt es dagegen in Neapel, das als Hauptstadt der Silvesterböller gilt. Kurz vor Jahreswechsel floriert im Großraum der Vesuvstadt traditionell der Schwarzmarkt mit illegalen Knallern, die oft große Mengen Pulver enthalten und gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen.

Bei Unfällen mit Knallkörpern werden jedes Jahr Hunderte Italiener verletzt, immer wieder gibt es auch Tote. An Fantasie mangelt es den neapolitanischen Böllerherstellern nicht. Der Hit dieses Jahres ist die "Monti-Bombe" in Anspielung auf die drastischen Einsparungen, die die Regierung um Premier Mario Monti dieser Tage beschlossen hat.

Erstellt am 31.12.2011