Politik
13.12.2011

Bundesheer: 40 Leopard-Panzer vor Verkauf

Die Panzer könnten um kolportierte 16 Millionen Euro an das deutsche Rüstungsunternehmen KMW, das wegen Lieferungen an Saudi-Arabien umstritten ist.

Das österreichische Bundesheer steht dem Vernehmen nach kurz vor dem Verkauf von 40 ausgemusterten Leopard-Panzer an den deutschen Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW). "Es gibt gute Gespräche, aber es wurde noch nichts unterschrieben", erklärte Ministeriumssprecher Michael Bauer am Montag. Einen Zeitraum für den Verkauf nannte Bauer nicht, man habe jedoch ein hohes Interesse an einem baldigen Abschluss.

Wie die Kronen Zeitung am Montag berichtete, soll das Unternehmen je ausgemustertem Leopard 2A4 400.000 Euro bezahlen, Österreich habe für deren Anschaffung 1,3 Mio. Euro gezahlt. Das Ministerium wollte den kolportierten Verkaufspreis nicht bestätigen. Bauer verwies jedoch darauf, dass es sich bei den Kosten von 1,3 Mio. Euro um "Systemkosten" - inklusive der gesamten Munition, der Ersatzteile sowie der Soldatenausbildung handle. Mit Krauss-Maffei Wegmann gebe es nun "konkrete, konstruktive" Gespräche über einen Verkauf der 40 Panzer.

Galerie

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Bundesheersoldaten am Nationalfeiertag

Kampfpanzer "Leopard II"

Panzerhaubitze "M109"

Schützenpanzer "Saurer"

Jagdpanzer "Kürassier"

Bergepanzer "M578"

Mannschaftstransportpanzer "Pandur"

Schützenpanzer "Ulan"

Umstrittene Geschäfte

Krauss-Maffei Wegmann ist erst unlängst in die Schlagzeilen geraten: Ende Oktober wurde der Rüstungskonzern in Deutschland vom Grün-Abgeordneten Volker Beck angezeigt worden, weil das Unternehmen 200 Leopard-Panzer an das autoritäre Regime in Saudi-Arabien verkaufen will. Beck warf KMW vor, gegen die deutschen Regeln für Rüstungsexport zu verstoßen. Diese verbieten den Verkauf von Waffensystemen an Länder, die diese gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnten.

Das Bundesheer will insgesamt zwei Drittel seiner Panzer verkaufen. Zusätzlich zum Erlös für die Fahrzeuge sollen dadurch jährlich 15 Millionen Euro bei den Betriebskosten eingespart werden. Gänzlich ausgemustert werden bis 2014 die 432 Schützenpanzer Saurer, die 126 Jagdpanzer Kürassier sowie die 32 Bergepanzer M578. Von 114 auf 56 Gefährte reduziert wird beim modernen Kampfpanzer Leopard, der gleichzeitig der größte Hoffnungsträger punkto Verkaufserlöse ist. Bei der Panzerhaubitze M109 wird der Bestand von 193 auf 83 gedrückt. Weiter im Dienst bleiben unter anderem die 112 Ulan- und die 71 Pandurpanzer.

"Panzerkrieg ist Geschichte"

Die Neuordnung der Panzerflotte sei überfällig, hätten sich doch die Bedrohungsbilder in den letzten 20 Jahren geändert. "Der Panzerkrieg im Marchfeld ist Geschichte", erklärte SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos. Und: "Wie verlieren nichts an Fähigkeiten", die Gerätschaft werde nur den tatsächlichen Bedürfnissen des Heeres angepasst.