Bergsteiger ignorierten Warnung

Foto: APA

Zwei Kletterer wurden von Ausläufern eines Blitzschlages getroffen.

Klettersteige wirken während eines Gewitters wie überdimensionale Blitzableiter. Die Eisenleitern und Stahlseile liegen zudem meist exponiert auf Graten und Gipfeln, was die Einschlagwahrscheinlichkeit weiter erhöht. Trotzdem stiegen am Freitag zwei 43-jährige Deutsche in den langen und sehr schwierigen Königsjodler-Klettersteig am Hochkönig ein - und wurden von Starkregen und Gewitter überrascht.

Dabei wurden die beiden Kletterer von den Ausläufern eines Blitzschlages getroffen. Einer der Alpinisten verlor kurz das Bewusstsein und litt an Lähmungserscheinungen. Sein Begleiter setzte einen Notruf ab, eine Bergung aus der Luft kam aber wegen des schlechten Wetters nicht infrage. Darum stiegen Bergretter zu Fuß auf. Sie konnten die zwei festsitzenden Bergsteiger aber erst nach Stunden und Einbruch der Dunkelheit erreichen. Erst gegen Mitternacht war der aufwendige Einsatz vorbei.

Auch am Dachstein schlug am Freitag ein Blitz in ein Klettersteigseil ein. Drei Ungarn wurden vom Stromschlag getroffen. Das Trio litt in der Folge an Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen und zog sich wegen der niedrigen Temperaturen auch Erfrierungen und eine Unterkühlung zu. Alle drei Männer mussten ins Spital gebracht werden.

Lebensgefahr

Fast zeitgleich mussten in einer schwierigen Hubschrauberbergung vier unterkühlte Kletterer aus der Dachstein-Südwand geflogen werden. Und am berüchtigten Seewand-Klettersteig am Hallstätter See konnte eine völlig erschöpfte Slowakin, 22, an der Schlüsselstelle weder vor noch zurück. Der Hubschrauber musste die Bergung wegen starken Regens und heftiger Sturmböen abbrechen. Bergretter seilten sich unter akuter Lebensgefahr zu der Frau ab und bargen sie. Während der Rettung schlugen permanent Blitze ein.

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(KURIER) Erstellt am
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