Politik | Ausland
26.05.2017

Zyperngespräche vorerst für gescheitert erklärt

Knackpunkt sind vor allem die türkischen Soldaten im Norden der Insel.

Die seit Monaten ins Wanken geratenen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sind vorerst gescheitert. Dies erklärte am Freitag der Sondervermittler der Vereinten Nationen ( UN), Espen Barth Eide, in der Inselhauptstadt Nikosia.

Die Führer der griechischen- und der türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, konnten sich trotz intensiver Bemühungen seitens der UN nicht einigen, wie es bei den Gesprächen weitergehen soll. „Ohne Aussichten auf eine gemeinsame Plattform (common ground) gibt es keine Grundlage für die Fortsetzung der Diplomatie“, erklärte der norwegische Diplomat weiter.

Knackpunkt sind vor allem die 35 000 türkischen Soldaten im Norden Zyperns. Sie sollen die Sicherheit der türkisch-zyprischen Minderheit garantieren, meint die türkisch-zyprische Seite. Die griechischen Zyprer fordern den Abzug aller Truppen. Ein EU-Land brauche keine Garantiemächte und Besatzungstruppen, argumentiert der zyprische Präsident Anastasiades.

Mitte Januar war eine Konferenz in der Schweiz unter Beteiligung auch der Garantiemächte Großbritannien, Türkei und Griechenland sowie der EU unter UN-Schirmherrschaft ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gespräche wurden danach auf Zypern fortgesetzt - auch hier wurde keine Einigung erzielt.
Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist EU-Mitglied, wenn auch die EU-Bestimmungen bislang nur im griechisch-zyprischen Teil der Insel angewendet werden. Seit mehr als 40 Jahren wird vergeblich nach einer Lösung gesucht. Angestrebt wird eine Föderation.