European Commissioner for Economic and Monetary Affairs Olli Rehn (L) and Cyprus Finance Minister Michalis Sarris attend a euro group finance ministers meeting at the European Union Council in Brussels March 15, 2013. REUTERS/Ericvidal (BELGIUM - Tags: BUSINESS POLITICS)

© Reuters/ERIC VIDAL

Zypern-Hilfspaket
03/16/2013

"Harte Zeiten stehen bevor"

Zyperns Finanzminister Sarris hofft mit dem Hilfspaket auf einen Neuanfang für sein Land.

Zehn Stunden dauerte der nächtliche Verhandlungs-Marathon an, dann einigten sich die Euro-Finanzminister auf ein Hilfspaket für Zypern (Details siehe unten). Zehn Milliarden Euro ist es schwer, und erstmals in einem europäischen Krisenland sollen auch Bankkunden einen Beitrag dazu leisten. Von ihnen wird eine Abgabe von 6,75 bzw. 9,9 Prozent eingefordert.

Vom dem Hilfsprogramm erhofft sich der zypriotische Finanzminister Michalis Sarris einen Neuanfang für sein Land. "Uns stehen harte Zeiten bevor und wir werden den Gürtel enger schnallen müssen - aber ich denke, es gibt uns eine Chance, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen", sagte Sarris am Samstagmorgen in Brüssel.

Die wichtigsten Punkte des Hilfspakets:

Kredite: Bis zu zehn Milliarden Euro stellen die Geldgeber der klammen Mittelmeerinsel zur Verfügung. Das Geld ist sowohl für die Rekapitalisierung von Banken als auch zur Finanzierung des Staatshaushalts vorgesehen. In welcher Höhe der Internationale Währungsfonds sich beteiligt, ist noch unklar.

Abgage auf Bankeinlagen: Bankkunden in Zypern werden kräftig zur Kasse gebeten. Bei Einlagen unter 100.000 Euro wird ein Einmal-Beitrag von 6,75 Prozent fällig, bei höheren Summen sind es 9,9 Prozent. Das soll insgesamt 5,8 Milliarden Euro bringen. Das Geld für die Abgabe wird auf den Konten gesperrt, bevor die Banken das nächste Mal am Dienstag öffnen. Am Montag haben sie wegen eines Feiertags geschlossen.

Schulden: Die Staatsverschuldung wird mit dem Hilfsprogramm deutlich steigen. Sie soll bis zum Ende des Jahrzehnts auf 100 Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt werden.

Steuern: Die niedrige Steuer für Unternehmen steigt. Statt bisher 10 Prozent werden künftig 12,5 Prozent fällig. Auch auf Kapitaleinkünfte gibt es höhere Abgaben.

Bankensektor: Der aufgeblähte Bankensektor soll auf Normalmaß schrumpfen. Bis 2018 soll er im Verhältnis zur Wirtschaftskraft des Landes das Durchschnittsniveau der EU erreichen.

Sparen: Zyperns Regierung muss weniger ausgeben. Der Inselstaat soll Ausgaben in Höhe von 4,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung einsparen.

Geldwäsche: Ein strenges Vorgehen Nikosias gegen Geldwäsche war eine Bedingung für das Hilfspaket. Zypern lässt die Maßnahmen unabhängig überprüfen.

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