Francois Fillon gerät immer mehr unter Druck.

© REUTERS/JEAN-PAUL PELISSIER

Frankreich
03/03/2017

Auch Fillons Wahlkampf-Chef tritt zurück

Auch Zentrumspartei entzieht Fillon die Unterstützung. Der frühere Premierminister Alain Juppe stünde als Ersatzkandidat bereit.

Der Wahlkampf-Leiter des massiv unter Druck geratenen konservativen, französischen Präsidentschaftskandidaten Franois Fillon tritt zurück. Sein Rücktritt sei "unwiderruflich" und trete Sonntagabend in Kraft, sagte Patrick Stefanini der Zeitung "Liberation". "Le Journal du Dimanche" hatte zuvor einen Brief veröffentlicht, bei dem es sich um das Rücktrittsschreiben Stefaninis handeln soll.

Unterstützer laufen davon

Der Konservative Fillon hatte zuvor bereits eine Reihe wichtiger Unterstützer verloren, auch sein Wahlkampf-Sprecher und der Kampagnen-Schatzmeister traten zurück. Fillon steht seit Wochen wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten unter Druck, die Justiz ermittelt. Fillon selbst weist die Vorwürfe zurück und hatte von einer "politischen Ermordung" gesprochen. Nachdem der Kandidat am Mittwoch trotz eines drohenden Verfahrens angekündigt hatte, weiterzumachen, wurden auch in den eigenen Reihen Rufe nach einem Rücktritt laut.

Die Zeitung "Le Monde" berichtete unter Berufung auf Fillons Umfeld, dass dessen Vertrauter Vincent Chriqui von Montag an die Leitung des Wahlkampfs übernehme.

Kommt Juppe?

Der frühere Premierminister Alain Juppe ließ am Freitag erkennen, dass er als Ersatzkandidat bereitstünde - und erhöhte damit den Druck auf Fillon weiter.

Zentrumspartei: "Gefahr für Machtwechsel"

Die französische Mitte-Rechts-Partei UDI hat Fillon zuvor bereits ihre Unterstützung entzogen. UDI-Chef Jean-Christophe Lagarde forderte Fillons Republikaner-Partei am Freitag in einem Interview mit der Zeitung "Ouest-France" auf, einen Ersatzkandidaten zu finden.

"Jeder weiß, dass (...) François Fillon eine Gefahr für den Machtwechsel und damit für Frankreich geworden ist", sagte Lagarde. Die UDI ist eine kleinere Mitte-Rechts-Partei, die 28 der 577 Abgeordneten in der Nationalversammlung stellt.
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