Den Haag

Zahnloser Mladic verweigerte die Aussage

Farce beim UNO-Kriegsverbrechertribunal: Der serbische Ex-Militärchef hat in der Zelle seine Zahnprothese vergessen.

01/28/2014, 03:58 PM

Der Ex-Serbenführer in Bosnien, Radovan Karadzic, hatte für seinen Prozess vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag den bosnisch-serbischen Ex-General Ratko Mladic in den Zeugenstand geholt. Während des Krieges hatten die beiden Männer – heute die Hauptbeschuldigten des Srebrenica-Massakers von 1995 – zusammengearbeitet, auf mehreren Pressefotos waren sie gemeinsam zu sehen. Dennoch versucht es Karadzic, der sich vor dem UN-Tribunal selbst verteidigt, so darzustellen, als ob er nichts von einem größeren Plan zur Vernichtung oder Vertreibung bosnischer Muslime gewusst habe.

Mit allen Mitteln hatte nun sein früherer Verbündeter Mladic versucht, an diesem Dienstag nicht vor den Richtern aussagen zu müssen. Die Anwälte des 71-Jährigen schoben gesundheitliche Gründe vor – eine Aussage bedeute zu viel Stress, Mladic könne zudem Realität und Erfundenes nicht auseinanderhalten. Vor Ort verzögerte Mladic dann den Prozess, indem er einfach nicht auf den Richter reagierte. Später nannte er die UN-Institution ein „Satansgericht“.

Spätestens als Mladic sich grinsend zu den Gerichtsdienern drehte und verlangte, sie sollten seine künstlichen Zähne aus der Gefängniszelle holen, schlitterte der Prozess ins Absurde ab. Nach einer kurzen Pause ging es dann – mit Zähnen – weiter. Doch Mladic antwortete nicht einmal auf eine der Fragen Karadzics. „Mehr kann ich nicht sagen, ich fürchte um meine Gesundheit und meinen eigenen Prozess“, sagte er.

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