Menschen warten an der Küste auf die Rettungsboote

© REUTERS/MOHAMED ABD EL GHANY

Ägypten
09/23/2016

Ägypten: 150 Tote nach Bootsunglück

Etwa 600 Menschen waren an Bord des vor der ägyptischen Küste gekenterten Schiffes. Viele Schiffbrüchige werden noch vermisst.

Bei dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der ägyptischen Mittelmeerküste sind nach jüngsten Angaben etwa 150 Menschen ertrunken. Am Freitag wurden Dutzende zusätzliche Leichen aus dem Meer geborgen, nachdem das Boot am Mittwoch nahe der Hafenstadt Rosetta gekentert war, wie das Gesundheitsministerium in Kairo mitteilte.

Viele Schiffbrüchige würden noch vermisst, die Zahl der Toten werde deshalb voraussichtlich weiter steigen, sagte ein Sprecher der Provinzverwaltung Beheira dem ägyptischen Staatsfernsehen. Die Rettungsaktion im Mittelmeer dauere an. 163 Bootsinsassen wurden gerettet, darunter mehr als hundert Ägypter sowie zahlreiche Sudanesen und Eritreer.

Nach Angaben von Überlebenden war das Boot völlig überladen. Die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete von etwa 600 Passagieren. Andere Medien sprachen von 300 bis 400 Menschen an Bord. Informationen zum Schicksal der übrigen Passagiere gab es zunächst nicht. Der privaten Zeitung "Al-Masry al-Youm" zufolge sind unter den am Freitag geborgenen Opfern außer Ägyptern auch andere arabischstämmige Menschen aus Subsahara-Afrika.

Vier festgenommene mutmaßliche Schlepper müssen sich wegen fahrlässiger Tötung und Menschenhandels vor Gericht verantworten.

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