Politik | Ausland
28.02.2015

Yoga-Guru: Verdacht der sexuellen Belästigung

Sechs Yogalehrerinnen haben den 69-Jährigen wegen sexueller Belästigung zivilrechtlich geklagt.

Immer mehr Frauen erheben schwere Anschuldigungen gegen den Yoga-Guru Bikram Choudhury: Sechs Yogalehrerinnen haben den 69-Jährigen, der Anhänger auf der ganzen Welt hat, wegen sexueller Belästigung zivilrechtlich geklagt, wie die Süddeutsche in ihrer Online-Ausgabe berichtet.

Der jüngste Fall ist der einer Kanadierin, die sich in einem neunwöchigen Seminar von Bikram Choudhury ausbilden ließ. Laut der Zivilklage, die Jill Lawler am 13. Februar in Los Angeles einreichte, wurde sie 2010 von Choudhury vergewaltigt. Zudem habe ihr Lehrer sie immer wieder sexuell bedrängt und dabei ausgenutzt, dass sich die damals 18-Jährige psychisch und finanziell von Choudhury abhängig gefühlt habe, heißt es in dem Bericht.

Der gebürtige Inder, der heute in Kalifornien lebt, ist der Impresario für mehr als 650 Yoga-Schulen – er gilt als Erfinder des Bikram-Yogas. Bikram-Yoga besteht aus 26 Übungen, die in einem knapp 40 Grad warmen Raum ausgeführt werden.

Fälle verjährt?

Auch die übrigen Frauen, die Vorwürfe gegen Choudhury erheben, sind Yogalehrerinnen. Ihre Anschuldigungen klingen ähnlich; die mutmaßlichen Übergriffe liegen aber schon Jahre zurück, wie die Süddeutsche berichtet. Daher ist es fraglich, welche Ansprüche die Frauen geltend machen könnten.

Die erste Klage wurde bereits vor zwei Jahren eingebracht. Das mutmaßliche Opfer, eine Frau aus San Francisco, erklärte, von 2005 an über Jahre hinweg von Bikram Choudhury sexuell belästigt worden zu sein. Über den Fall wurde zwar ausführlich berichtet, doch es dauerte lange, bis unter den Bikram-Anhängern Zweifel aufkamen. "Viele Menschen tragen Scheuklappen. Ihre Welt besteht aus Yoga und sie wollen nicht wahrhaben, dass so etwas geschieht", so die Frau.

Bikram Choudhury, der durch seine Seminare zum Multimillionär geworden ist, bestreitet die Vorwürfe. In einem Statement seiner Anwälte hieß es, die Anschuldigungen dienten nur dazu, den Bikram-Yoga-Gründer in Verruf zu bringen.