Politik | Ausland
18.06.2017

Assange hofft auf Ende seines Botschafts-Exils

Wikileaks-Gründer Julian Assange kündigte für Montag eine "besondere Ankündigung" vom Balkon der Botschaft Ecuadors in London an,

Für den fünften Jahrestag seines selbst gewählten Exils plant Wikileaks-Gründer Julian Assange am Montag eine "besondere Ankündigung" vom Balkon der Botschaft Ecuadors in London, in der er sich seit 2012 aufhält. Vorab sagte Assange der britischen Nachrichtenagentur PA, er hoffe, dass es für ihn bald eine Lösung geben werde.

Der 45-jährige Australier lebt in der Botschaft in London, um einer Auslieferung zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte ihre Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen im Mai eingestellt. Assange, der stets seine Unschuld beteuert hatte, befürchtet eine Auslieferung in die USA. Washington macht ihn für die Veröffentlichung von brisanten US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die WikiLeaks-Plattform verantwortlich.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe ihre Bemühungen um Auslieferung verstärkt, sagte Assange. Dennoch sei er optimistisch, Wikileaks habe Unterstützer in den USA. "Und in Europa wächst das Bewusstsein, dass es keine Stimmen bringt, mich oder andere Wikileaks-Mitarbeiter an Trumps Amerika auszuliefern", sagte Assange. Es sei bedauerlich, dass Großbritannien ihm noch immer mit einer Festnahme drohe, sollte er die Botschaft verlassen. Die Regierung in London hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob ein US-Auslieferungsantrag vorliegt.

Das vergangene Jahr sei für Wikileaks sehr gut gewesen, sagte Assange. Er nannte dabei unter anderem die Veröffentlichung von E-Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Demokratin führte ihre Wahlniederlage gegen den Republikaner Donald Trump auch auf diese Veröffentlichungen zurück.

Assange hatte angekündigt, sein Exil aufzugeben und freiwillig in die USA zu gehen - falls Whistleblowerin Chelsea Manning freikomme. Als das im Mai geschah, feierte der Wikileaks-Gründer dies zwar als Sieg, ließ seiner Ankündigung aber keine Taten folgen.