Conchita Wurst performte für Ban Ki-moon und andere ranghohe Diplomaten und Politiker in Wien.

© APA/ROLAND SCHLAGER

Wien
11/03/2014

Ban Ki-moon und Conchita bei UNO-Konferenz

Mehr als 1.000 Teilnehmer bei UNO-Konferenz in Wien. Ban verwechselt Österreich mit Australien.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon nimmt ab Montag an einer dreitägigen UNO-Konferenz zu Binnen-Entwicklungsländern in Wien teil. Ban wurde am Sonntag von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Flughafen Schwechat empfangen. Am Vormittag eröffnete Ban im Vienna International Centre (VIC) die "Second United Nations Conference on Landlocked Developing Countries".

Es ist das größte UN-Event in Wien seit zehn Jahren. Rund tausend Teilnehmer aus über 90 Ländern haben sich angesagt, darunter Staatspräsidenten wie Evo Morales (Bolivien) und Giorgi Margwelaschwili (Georgien) sowie Regierungschefs und über 40 Minister.

Auch ein Auftritt von Conchita Wurst im Beisein Bans fand statt. In der fast überfüllten Rotunde, der Versammlungshalle des Wiener UN-Sitzes, performte die Künstlerin vor einer Vielzahl an UN-Mitarbeitern und Diplomaten. Der Generalsekretär drückte seine ganze Unterstützung für die Botschaft der Toleranz, die die Song-Contest-Siegerin in die Welt trage, aus und bedankte sich für ihr Engagement.

Eröffnet wurde das Ständchen an die Teilnehmer der UN-Konferenz durch die Song-Contest-Königin mit einem Cover von Chers "Believe". "Sie ist eine unglaubliche Sängerin und Entertainerin", so der Chefdiplomat.

Lapsus

Ein Lapsus ist dem UNO-Generalsekretär Ban dann auch passiert: Er bedankte sich artig bei Bundespräsident Heinz Fischer - und bei "der Regierung von Australien".

Aufgrund der gefassten Reaktion der anwesenden heimischen und internationalen Medienvertreter wäre Ban sein Lapsus gar nicht bewusst worden - selbst der neben ihm auf dem Podium sitzende Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte sich im Griff, kein noch so schmales Lächeln schlich über sein Gesicht.

"Aber ich weiß, dass es hier keine Kängurus gibt."

Irgendjemand muss dem UNO-Generalsekretär in der Folge allerdings doch noch zugeflüstert haben, was ihm da entschlüpft war. Ban entschuldigte sich prompt für seinen Fauxpas und versicherte: "Aber ich weiß, dass es hier keine Kängurus gibt." Was man ihm durchaus glauben kann, war Ban Ki-moon doch vor seinen weiteren Avancements von 1998 bis 2000 Botschafter Südkoreas in Österreich - und trägt unter anderem das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien.

Kurz will "Turbo"

"Ich glaube, es braucht hin und wieder einen 'Turbo', und eine Konferenz wie diese kann so ein Turbo sein." Außenminister Kurz gibt sich hingegen hoffnungsvoll, dass die von ihm geleitete UNO-Konferenz über Binnen-Entwicklungsländer mehr als nur eine Abschlusserklärung produzieren wird. Auch Wirtschaftskontakte zu heimischen Unternehmen würden hergestellt, sagte Kurz am Montag.

"Schon die letzte Konferenz hat Fortschritte ausgelöst", verwies Kurz auf die erste Konferenz über "Landlocked Developing Countries (LLDC)", die 2003 im kasachischen Almaty stattfand. Was die nunmehrige Nachfolgekonferenz in Wien betrifft "hoffen wir sehr, dass das Programm, das hier erarbeitet wird, ein Konkretes ist", meinte der Außenminister. Allerdings gibt es auch einen weiteren Zugang zum Thema, sagte Kurz: "Wir versuchen auch, mit Side-events die Möglichkeit zu schaffen, dass Vertreter dieser Länder mit Unternehmen in Österreich zusammentreffen, weil insbesondere die Wirtschaft und der private Sektor ein ganz wichtiger Motor in der Entwicklung dieser Länder sind."

Die Beteiligung der Wirtschaft an der Außenpolitik hält der Minister für richtig. "In der Außenpolitik geht's natürlich auch um österreichische Interessen", zeigte sich Kurz pragmatisch, "und wir sind besonders glücklich, wenn wir beides kombinieren können: einerseits Dienstleister für die österreichische Wirtschaft zu sein und auf der anderen Seite selbstverständlich mit dieser Konferenz ein Turbo für die Binnen-Entwicklungsländer zu sein."

Sebastian Kurz kommentiert im britischen "Guardian"

Außenminister Sebastian Kurz hat wieder einmal internationales Medien-Parkett betreten: Für den britischen Guardian schrieb er einen Kommentar zur derzeitigen UNO-Konferenz in Wien. Gemeinsam mit dem UNO-Sekretär Gyan Chandra Acharya erklärt er die Nachteile eines fehlenden Meerzugangs für Binnen-Entwicklungsländer: "Es um ein vielfaches teurer ohne Seezugang notwendige Güter zu importieren und exportieren."

Beide berichten auch von konkreten Hoffnungen, die die Konferenz betreffen: "Wir hoffen, dass die Konferenz in Wien die Kooperation zwischen Binnen-Entwicklungsländer in konkreten Schritten fördert."

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