Ein stillgelegtes Gleis ist am Sonntag, 23. September 2007, an einem Bahnhof in Maintal bei Frankfurt mit einem Schild abgesperrt. Am Dienstag, 25. September 2007, beraten die Verkehrsminister ueber eine Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Einige Laenderminister befuerchten, dass nach einem Verkauf der Bahn unrentabele Strecken stillgelegt werden koennten. Das Schienennetz soll zwar weiter dem Bund gehoeren, der Bahn aber fuer 15 Jahre zur Nutzung ueberlassen werden. (AP Photo/Ferdinand Ostrop) --- An abandoned rail track at a station in Maintal near Frankfurt, Germany, Sunday, Sept. 23, 2007. (AP Photo/Ferdinand Ostrop)

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08/08/2013

Wettbewerbsfähigkeit: Österreich ist nur Mittelmaß

Die Bundesländer fallen im EU-Vergleich der Regionen deutlich zurück.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Österreichs Bundesländer verlieren wirtschaftlich den Anschluss. Im EU-Vergleich haben sie an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt – nur das Burgenland und Vorarlberg konnten sich verbessern.

Das ergibt ein Entwurf des „Regional Competitiveness Index 2013“ der EU-Kommission, in den Faktoren wie Infrastruktur, Innovation, öffentliche Institutionen, aber auch Bildung, Gesundheit und das Angebot an Arbeitskräften einfließen.

Das Ergebnis ist aus österreichischer Sicht ernüchternd: Unter 273 Regionen landet kein Bundesland im Spitzenfeld. Wien lag 2010 auf dem guten 22. Platz, wurde 2013 aber mit Niederösterreich zusammengelegt, weil viele Pendler in der Bundeshauptstadt arbeiten. Die Großregion Wien/NÖ schafft dadurch nur noch Platz 83.

Rote Laterne an Kärnten

Zynisch könnte man anmerken: Österreichs Bundesländer schneiden recht homogen ab – sie sind einheitlich Mittelmaß. In Frankreich, Deutschland oder den Niederlanden klaffen die Regionen viel stärker auseinander. Die Nationenwertung ist somit freundlicher: Österreich erreicht Platz 9 von 28 EU-Ländern. Unter den Bundesländern darf sich das Burgenland über eine Verbesserung freuen. Vorarlberg klettert auf 117 und übergibt die rote Laterne an Kärnten, das sich auf Platz 135 verschlechtert. Den größten Absturz erleidet Oberösterreich – von 69 auf 115. Steiermark, Salzburg und Tirol liegen eng beisammen – auch sie fielen jeweils rund 30 Plätze zurück. Warum der Absturz?

„Vorsicht mit Schlussfolgerungen“, heißt es bei der EU-Kommission. Es handle sich nicht um den fertigen Bericht. Die Tendenz ist dennoch eindeutig: Vorne liegen niederländische und britische Regionen wie Utrecht oder der Großraum London. Neu in den Top 10 ist die Region Darmstadt. Sieben der zehn Top-Regionen liegen nahe Haupt- oder Großstädten. Am unattraktivsten sind der Südwesten Bulgariens, die südliche Ägäis (Griechenland) und Südrumänien.

Technologie-feindlich

Regionen in Deutschland, Finnland oder den Niederlanden haben sich überdurchschnittlich verbessert. Die Studie zeigt aber auch Österreichs altbekannte Probleme wie das schlechte Abschneiden bei der PISA-Schulstudie oder die geringe Akademikerquote auf. Eher überraschende Schwächen gibt es bei der Infrastruktur (Straßen, Bahnen, Flüge) und den „harten“ Gesundheitsdaten. Die Bereitschaft, neue Technologien anzuwenden, ist bei Haushalten wie Unternehmen zu gering.

Spitzenresultate erreicht Österreich lediglich beim Arbeitsmarkt – dank der guten Jobdaten und hohen Produktivität. Relativ zuverlässig sind zudem die Institutionen (soziale Grundversorgung, Polizei, faire Wahlen und Medien, geringe Korruption).

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