Weniger Flüchtlingsan­künfte in Deutschland und Italien

Rettungsmission von Ärzte ohne Grenzen im Mittelme
Foto: Kurier/Juerg Christandl Im Mittelmeer gerettete Migranten.

Zahlen sind im Jahresvergleich weiter rückläufig. Das Haupt-Herkunftsländer von in Deutschland angekommen sind weiterhin die Kriegsländer Syrien und Irak. Weniger Menschen kommen aus Afghanistan.

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ist weiter rückläufig: Im Jänner wurden 12.285 Asylsuchende registriert, wie das deutsche Innenministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Jänner 2017 waren es noch 14.476 gewesen. Damit ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,1 Prozent zurück. Im Vergleich zum Dezember vergangenen Jahres sank die Zahl um 6,1 Prozent.

Hauptherkunftsland war im Jänner weiterhin Syrien mit 2328 Flüchtlingen, gefolgt von Irak mit 1227. Aus Nigeria kamen 927, aus der Türkei 741 neue Flüchtlinge. Aus Afghanistan, das lange Zeit zu den Ländern mit den höchsten Zahlen gehörte, kamen im Jänner nur noch 675 Menschen nach Deutschland.

Viele Ablehnungen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschied im Jänner über die Anträge von 29.173 Flüchtlingen. 16,2 Prozent davon wurden als Bürgerkriegsflüchtlinge nach der Genfer Konvention anerkannt. 11,6 Prozent erhielten den eingeschränkten subsidiären Schutz, bei dem ein Familiennachzug derzeit ausgeschlossen ist.

Bei 6,0 Prozent stellte das Bamf ein Abschiebeverbot fest, bei 39,2 Prozent wurden die Anträge abgelehnt. In 27,0 Prozent der Fälle wurden die Verfahren eingestellt, etwa wegen der Rücknahme des Asylantrags. Die Zahl der anhängigen Verfahren sank bis Ende Jänner auf 57.693.

50 Prozent weniger Ankünfte in Italien

Auch in Italien setzt sich der rückläufige Trend bei den Migrantenankünften im neuen Jahr fort. Seit Anfang 2018 sind 4.731 Migranten über das Meer in Italien eingetroffen, das sind 49,9 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2017, teilte das italienische Innenministerium am Dienstag mit. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 betrug der Rückgang 22,7 Prozent.

Noch stärker ist der Rückgang, wenn man die Zahl der Migranten aus Libyen betrachtet. 3.534 Flüchtlinge erreichten seit Anfang dieses Jahres aus dem nordafrikanischen Land Italien, das sind 60,7 Prozent weniger gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 und 42 Prozent gegenüber 2016. Die meisten in diesem Jahr eingetroffenen Migranten stammen aus Eritrea, Tunesien, Pakistan, Nigeria und Libyen. Seit Jahresbeginn trafen 621 unbegleitete minderjährige Migranten in Italien ein. Im Rahmen des Relocation-Programms wurden 11.934 Flüchtlinge umverteilt.

119.310 Migranten waren im Gesamtjahr 2017 von Libyen aus in Italien eingetroffen. Das sind 34 Prozent weniger als im Jahr 2016, als 181.436 Flüchtlinge das Land erreicht hatten. Der italienische Innenminister Marco Minniti traf am Dienstag seinen tunesischen Kollegen Lofti Brahem in Rom. Besprochen wurde eine bilaterale Strategie im Kampf gegen Terrorismus, illegale Einwanderung und Zusammenarbeit zwischen Sicherheitskräften. Brahem sicherte Italien seinen vollen Einsatz zur Beschleunigung der Heimführung von Migranten, sowie zur Besserung des Informationsaustauschs zwischen den beiden Ländern.

(apa / tsc) Erstellt am
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