Politik | Ausland
25.06.2017

"Weltweit schlimmster" Cholera-Ausbruch: Laut UNO täglich 5000 neue Fälle

Die UNO will jetzt mobile Einsatzteams aufstellen und eine Informationskampagne zu Hygiene und Wassergebrauch starten. Landesweit mangelt es aber massiv an Trinkwasser.

Ein Drittel des Landes in der Hand schiitischer Rebellen, ein Drittel in der Hand der Regierung, eines in der Hand islamistischer Gruppen von Al Kaida bis Islamischer Staat – und alle bekriegen einander gegenseitig. Zu dieser katastrophalen Gemengelage kommt jetzt eine scheinbar außer Kontrolle geratende Cholera-Epidemie. Das Kinderhilfswerk sowie die Weltgesundheitsorganisation der UNO, UNICEF und WHO, sprechen von über 200.000 registrierten Fällen. Bisher starben 1300 Personen – ein Viertel davon Kinder. Es handle sich um den schwerwiegendsten Cholera-Ausbruch weltweit. Die Epidemie habe alle Regionen des Landes erfasst. Täglich kämen 5000 Neuerkrankungen hinzu.

Es ist die Summe der Probleme, die den Cholera-Ausbruch so gefährlich macht: Staatliche Strukturen sind im Zuge des zweijährigen Krieges zusammengebrochen – und so auch die medizinische Versorgung. Ausgegangen wird daher davon, dass die Zahl der nicht registrierten Cholera-Erkrankungen und auch Todesfälle weitaus höher ist, da kein dichtes Netz an medizinischen Einrichtungen vorhanden ist und es viele Erkrankte nicht einmal in eine medizinische Einrichtung schaffen – in Extremfällen kann Cholera binnen weniger Stunden tödlich sein, wenn die Krankheit nicht sofort behandelt wird.

Die UNO will jetzt mobile Einsatzteams aufstellen und eine Informationskampagne zu Hygiene und Wassergebrauch starten. Landesweit mangelt es aber massiv an Trinkwasser.

Hinzu kommt eine äußert prekäre Versorgungssituation mit Nahrungsmitteln. Von den 28 Millionen Einwohnern sind 18,8 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Auf sieben Millionen schätzt die UNO die Zahl jener, die akut hungern, was diese wiederum anfälliger für Infektionen macht.