Politik | Ausland
11.12.2017

Weißes Haus: Medien verbreiten absichtlich Falschinformationen

Scharfer Schlagabtausch bei Briefing des Weißen Hauses.

Das Weiße Haus wirft US-Medien die absichtliche Verbreitung falscher Informationen vor. Sie täten dies, um das amerikanische Volk vorsätzlich in die Irre zu führen, sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, am Montag.

Im täglichen Briefing des Weißen Hauses kam es zu einem selten scharfen Schlagabtausch. Sanders nahm indirekt Bezug auf mehrere Fehler führender US-Medien aus den vergangenen Wochen.

CNN musste Bericht zurücknehmen

Am Freitag hatte CNN eine große Trump-Geschichte im Zusammenhang mit einer russischen Wahlbeeinflussung zurücknehmen müssen. Am Wochenende geriet ein Reporter der Washington Post in die Kritik, der auf seinem privaten Account ein in die Irre führendes Foto einer Trump-Veranstaltung getwittert und gelöscht hatte. In der Woche zuvor hatte der Sender ABC einen Reporter entlassen, der in der Berichterstattung über Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn einen gravierenden Fehler gemacht hatte.

Alle Verursacher nahmen in Anspruch, sich entschuldigt und nicht vorsätzlich gehandelt zu haben. Dem Weißen Haus und namentlich Trump selbst wird seit langem ihrerseits vorgeworfen, unwahre oder in die Irre führende Angaben und Aussagen zu machen.

Trump bezeichnet Medien mit Ausnahme des Sender Fox News als "Fake News", Verbreiter gefälschter Nachrichten. Die jüngsten Fehler sind Wasser auf seine Mühlen. Sanders' Vorwurf hat aber eine neue Qualität, weil er Absicht unterstellt.

"Falsch!": Trump dementiert Bericht über exzessiven TV-Konsum

Trump dementierte zudem einen Bericht der New York Times, wonach der US-Präsident exzessiv - vier bis acht Stunden pro Tag - TV schaue. Trump erklärte im Internetdienst Twitter auch, dass er "selten, wenn überhaupt", die Sender CNN und MSNBC schaue. Diese Kanäle verbreiteten "Falschnachrichten". Beide Sender berichten dezidiert kritisch über Trump.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump überaus sensibel auf Berichte über seine Fernsehgewohnheiten reagiert. "Ich schaue nicht viel Fernsehen", sagte er Reportern an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One während seiner jüngsten Asienreise. Tatsächlich lese er vor allem "Dokumente". Er lese viel mehr als er Fernsehen schaue, beteuerte Trump damals.