Politik | Ausland
15.01.2018

Warnung vor Trump: "Fauler Trickbetrüger und Rassist"

Vor Jahrestag des Amtsantritts warnen renommierte Autoren vor dem US-Präsidenten.

" Donald Trump ist absolut ungeeignet für jedes öffentliche Amt – und er bedeutet eine eminent reale Gefahr für die Welt": So klar, knapp und dramatisch fällt das Urteil des Journalisten David Cay Johnston über den US-Präsidenten aus. Und dieser David Cay Johnston ist nicht irgendein Journalist. Der 69-Jährige Pullitzer-Preisträger gilt als einer der besten Trump-Kenner. In seinem letzten Buch "Die Akte Trump" hat der Bestsellerautor die dunkle geschäftliche Vergangenheit Trumps aufgearbeitet, inklusive seiner Kontakte zur Mafia wie auch zu anderen Kriminellen und Hochstaplern, seine Betrügereien und Bankrotte.

Diesmal hat sich Johnston dem ersten Jahr Trumps im Weißen Haus gewidmet und den ebenso langfristigen wie fatalen Folgen, die diese Präsidentschaft haben wird. "Trump im Amt, ein Präsident, der gerne Diktator wäre" heißt das heute offiziell erscheinende Buch. Noch deutlicher der US-Originaltitel: "It’s even worse than you think", übersetzt etwa "Es ist noch schlimmer als sie denken".

"Von Wissen unbeleckt"

Johnston schildert Trump als grundsätzlich "faulen" Menschen, "der ein Leben lang zwischen Kindes- und Erwachsenenalter" feststeckt, und "viel zu narzistisch" sei, um sich eingehend mit etwas zu beschäftigten. Daher sei er "von Faktenwissen unbeleckt".

Die wahre Gefahr seien die Mitarbeiter, die Trump rund um sich in einflussreiche Positionen gesetzt habe. Diese "politischen Termiten" würden aktiv an der "Zerstörung des Staates" arbeiten: "Sie wollen eine Regierung, die schwach ist und den Reichen dient."

Johnston gründet sein vernichtendes Urteil auch auf Analysen von Psychiatern. Fünf Eigenschaften, die die US-Armee bei Führungspersönlichkeiten für eine Grundvoraussetzung hält, lässt er eine Expertin anführen: Vertrauen, Disziplin und Selbstkontrolle, Urteilsvermögen und kritisches Denken, Selbstreflexion und Empathie. Trump aber, so fasst der Autor seine Beobachtungen zusammen, "besitzt keine von ihnen".

Der Autor versucht diese These in vielen Details zu belegen, etwa die fehlende Empathie. So schildert er Situationen, in denen Trump notleidende Menschen entweder verhöhnte oder vor ihnen prahlte, wie etwa vor den Flutopfern in Texas, denen er bei einer Essensausgabe "viel Spaß" wünschte oder erzählte, wie viele begeisterte Menschen ihn im Krisengebiet empfangen hätten.

Durch und durch Rassist

Perfekt in dieses Verhaltensmuster passt auch Trumps jüngster Ausrutscher. Als "Dreckslöcher" hatte er afrikanische und karibische Staaten beschimpft, aus denen Menschen in die USA kommen würden. Dass man ihn deshalb als Rassisten beschimpfte, wies der Präsident brüsk von sich. Für Johnston ein weiterer Beweis für Trumps fehlende Selbstreflexion. "Er ist durch und durch ein Rassist", erklärt er in Interviews: Trump sei schon von seiner Familie so geprägt worden, so etwa vom Großvater, der dem Ku-Klux-Clan nahestand, außerdem sei sein Umgang mit Arbeits- oder Mietverträgen immer rassistisch gewesen.

"Geist der Diktatur"

Vor den Konsequenzen der Trump-Regierung warnt auch David Frum, ehemals enger Mitarbeiter von US-Präsident George W. Bush jr. In seinem Buch "Trumpocracy" sieht er den US-Präsidenten als existenzielle Bedrohung der Demokratie. Dieser habe "den Geist von Rücksichtslosigkeit, Falschheit und Diktatur ins Herz der amerikanischen Nation importiert".

Einig sind sich die beiden Autoren darin, dass Trump lediglich ein Symptom einer kranken Gesellschaft sei. Johnston: "Die Krankheit der USA ist, dass vielen Menschen die politische Teilhabe fehlt und eine Wirtschaftspolitik betrieben wird, durch die 90 Prozent der Bevölkerung ökonomisch ausgebeutet werden. Sie sind zu Recht wütend, und Trump hat das ausgenützt."