Ein F-16 startet von Incirlik aus.

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Kampf gegen IS
08/13/2015

Verwirrung um US-Luftangriffe von Türkei aus

Die USA haben nach eigenen Angaben erste Luftschläge von türkischer Basis aus gestartet - Ankara dementiert.

Zum ersten Mal sind offenbar Kampfflugzeuge der USA in der Türkei gestartet, um Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat anzugreifen. Die Flugzeuge sind laut Pentagon vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik aufgebrochen. Die Angriffe dürften auch prompt Wirkung gezeigt haben: Kämpfer der gemäßigten Rebellenallianz Freie Syrische Armee (FSA) hätten nach den US-Angriffen die IS-Einheiten um zwei Kilometer zurückdrängen können, meldete die Online-Ausgabe der regierungsnahen türkischen Zeitung "Daily Sabah".

Aus Ankara jedoch kommen andere Töne: Die türkische Regierung dementierte US-Kampfeinsätze von Incirlik aus. "Die US-Flugzeuge, die gestern von Incirlik starteten, haben an keinerlei Operation teilgenommen", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag im Fernsehsender Habertürk. "Sie absolvieren Aufklärungsflüge."

Nach den zähen Verhandlungen hatte die Türkei den USA kürzlich die Nutzung ihres Luftwaffenstützpunktes erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten deutlich. Bisher hatte die US-Armee aus der Türkei nur unbemannte Kampfdrohnen zu Einsätzen in Syrien losgeschickt. Bemannte Kampfjets starteten bisher hingegen von Flugzeugträgern oder anderen Stützpunkten in der Region.

Der IS hatte erst gestern mit der Nachricht schockiert, man habe in Ägypten eine kroatische Geisel enthauptet. Der Sprecher des US-Sicherheitsrates, Alistair Baskey, sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Washington, sollte sich die Meldung vom gewaltsamen Tod der IS-Geisel Tomislav Salopek bestätigen, wäre dies ein "brutaler Akt".

Prahlen mit Grausamkeit

"Ihre Grausamkeiten verstärken nur unsere gemeinsame Entschlossenheit, entschieden gegen diese Terroristen vorzugehen". Der IS hatte am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto veröffentlicht, das die Leiche der enthaupteten kroatischen Geisel zeigen soll. "Exekution eines Gefangenen aus Kroatien, der am Krieg gegen den Islamischen Staat beteiligt war - nach Ablauf der Deadline", wurde das Foto kommentiert. Die kroatische Nachrichtenagentur Hina zitierte am Mittwoch eine Quelle im Außenministerium, wonach es "keine Bestätigung" für den Tod Salopeks gebe. Der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic sagte vor Journalisten, er könne Salopeks Tod nicht "mit hundertprozentiger Sicherheit bestätigen". "Aber was wir sehen, sieht nicht gut aus", fügte der Ministerpräsident hinzu. Solange es aber noch ein bisschen Hoffnung gebe, werde seine Regierung nicht aufgeben.

Am vergangenen Mittwoch hatte ein ägyptischer IS-Ableger ein Video mit Salopek im Internet veröffentlicht. Der Vater zweier Kinder kniete darin neben einem Vermummten mit einem Messer in der Hand und musste vom Blatt ein Ultimatum ablesen. Er werde binnen 48 Stunden exekutiert, wenn die ägyptische Regierung nicht inhaftierte muslimische Frauen freilasse - eine Kernforderung der Islamisten in Ägypten. Sollte der IS seine Drohung tatsächlich wahr gemacht haben, wäre es die erste Hinrichtung einer westlichen Geisel der Jihadistenorganisation in Ägypten.

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