Politik | Ausland
23.10.2017

Witwe von getötetem US-Soldaten hat Trump "nichts zu sagen"

Der Soldat einer Eliteeinheit war im Niger ums Leben gekommen, Trump hatte der Frau telefonisch kondoliert und sich dabei offenbar im Ton vergriffen.

Sgt. La David Johnson war einer von vier US-Soldaten einer Eliteeinheit, die im Zuge einer Operation im Niger Anfang Oktober getötet wurden. Für Diskussion in den USA sorgt nun die Art und Weise, wie Präsident Trump mit den Hinterbliebenen umgegangen ist.

Eine Abgeordnete hatte berichtet, Trump habe die Witwe rüde abgefertigt. Ihr Mann habe "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete", soll er der Frau am Telefon gesagt haben. Nachsatz: "Aber ich vermute, es tut trotzdem weh". Trump rief laut der demokratischen Abgeordneten Frederica Wilson die Witwe an, während diese auf dem Weg zum Flughafen von Miami war, wo sie die sterblichen Überreste ihres getöteten Mannes in Empfang nehmen wollte. Die Abgeordnete befand sich nach eigenen Angaben mit der Witwe im Wagen und hörte einen Teil des Telefonats mit.

Nun äußerte sich die Witwe von Sgt. Johnson, Myeshia Johnson, zu dem Telefonat mit dem Präsidenten. "Sie habe Präsident Trump nichts zu sagen", erklärte Johnson in einem Interview für Good Morning America. Schon während des Telefonats mit Trump habe sie nichts gesagt, sondern nur zugehört. Nachher war sie traurig und verletzt und habe noch mehr geweint, erklärte sie. "Ich war verärgert über das, was er gesagt hat und seinen Tonfall", so Johnson weiter.

Sie hat zudem Zweifel, dass ihr Mann tatsächlich im Sarg, der in Miami aufgebahrt war, lag. "Warum durfte ich ihn nicht sehen? Immer, wenn ich danach fragte, ob ich ihn sehen könne, wurde es mir verwehrt".

Trump hatte die Vorwürfe der Abgeordneten zurückgewiesen. Frederica Wilson habe seine angeblichen Worte "komplett erfunden", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er könne dies auch beweisen. Trump präsentierte solche Beweise aber nicht. Stattdessen erklärte Myeshia Johnson, dass die Version von Wilson "zu 100 Prozent korrekt" sei.

Der Präsident hatte bereits in den Vortagen mit dem aus der Luft gegriffenen Vorwurf für Wirbel gesorgt, seine Amtsvorgänger hätten sich nicht genügend um die Hinterbliebenen gefallener Soldaten gekümmert.