Politik | Ausland
30.07.2017

USA: Militärmanöver als Warnung an Nordkorea

Mit Raketen und Bomben: Gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkoreas als Warnung an Pjöngjang.

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump China vorgeworfen, nichts gegen Pjöngjangs Provokationen zu unternehmen. "Ich bin sehr enttäuscht von China", twitterte Trump am Samstag. Seine Vorgänger hätten zugesehen, wie Peking "Hunderte Milliarden Dollar jährlich durch Handel" erwirtschaftet habe, "bisher tun sie nichts für uns mit Nordkorea".

China würde lediglich reden, so Trump. "Wir werden das nicht länger zulassen. China könnte dieses Problem leicht lösen."

Nordkorea hatte nach US-Angaben am Freitag zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Machthaber Kim Yong-un sagte, dass der Test zeige, dass Nordkorea mit Interkontinentalraketen "jederzeit" das gesamte Festland der USA erreichen könne.

Jüngster Test mit verbesserter Rakete

Bei dem Test am Freitag sei eine verbesserte Version einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 abgefeuert worden, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Die Rakete habe während ihrer 47-minütigen Flugzeit eine maximale Höhe von 3.724,9 Kilometer erreicht und sei 998 Kilometer weit geflogen. Zudem habe der Test unter Beweis gestellt, dass die Rakete trotz der hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne.

Bilder aus Pjöngjang zeigten jubelnde Nordkoreaner.

Der erneute Raketentest war bereits der zweite innerhalb eines Monats und erfolgte nur wenige Stunden nach einem Sanktionsbeschluss des US-Senats gegen die Führung in Pjöngjang. Bereits am 4. Juli hatte Nordkorea verkündet, es habe in einem "historischen Durchbruch" als "Geschenk" an die USA erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet.

Militärmanöver mit Südkorea

Als Warnung an Nordkorea hielten die USA und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver ab. Nach Angaben der US-Armee feuerten die Streitkräfte am Samstagmorgen Kurzstreckenraketen vor der Ostküste Südkoreas ins Meer. Zuvor hatten die USA und Südkorea angekündigt, über eine mögliche "militärische Antwort" zu beraten.

Vor Trump hatte bereits US-Außenminister Rex Tillerson Vorwürfe gegen China und Russland erhoben. Peking und Moskau trügen eine "eindeutige und besondere Verantwortung für die wachsende Bedrohung der regionalen und globalen Stabilität", indem sie Nordkoreas Raketenprogramm wirtschaftlich ermöglichten, erklärte Tillerson.

China gilt als wichtigster Verbündeter der international weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang. Peking verurteilte den erneuten Raketentest als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Zugleich rief das chinesische Außenministerium alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um eine weitere Zuspitzung des Konflikts zu vermeiden.