Politik | Ausland
19.07.2017

USA kritisieren Russland für Verbot der Zeugen Jehovas

Das US-Außenministerium registriert eine "beunruhigende Tendenz" zur Verfolgung religiöser Minderheiten.

Das US-Außenministerium hat das Verbot der Zeugen Jehovas in Russland kritisiert. Es gebe in Russland eine "beunruhigende Tendenz", religiöse Minderheiten zu verfolgen, erklärte Sprecherin Heather Nauert am Mittwoch. Das Verbot der Zeugen Jehovas sei das jüngste Beispiel dafür.

Nauert forderte die russischen Behörden auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. Außerdem müssten sie alle Mitglieder von religiösen Minderheiten freilassen, die zu Unrecht in Haft säßen, fügte sie hinzu.

Vermögen eingezogen

Im April hatte das Oberste Gericht Russlands die Zeugen Jehovas als extremistisch verboten und ihr Vermögen eingezogen. Am Montagabend lehnte das Gericht eine Berufung gegen die Entscheidung ab. Die Zeugen Jehovas kündigten daraufhin an, das Urteil beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anzufechten. Die Gemeinschaft soll in Russland nach Medienberichten etwa 170.000 Anhänger haben.