Politik | Ausland 19.03.2012

USA-Iran-Konflikt: Wettrüsten am Golf

Der Iran droht, in der Straße von Hormuz Seeminen auszusetzen - und die USA positionieren dort bereits Flugzeugträger.

Ich hoffe, der Westen nimmt unsere Drohung ernst, dass wir die Straße von Hormuz sperren werden." Mit solchen A­nkündigungen, die in Washington als "casus belli" gesehen werden, heizte Teheran am Wochenende die Spannungen bewusst weiter an. Der Grund: Seit vergangenem Samstag können internationale Banken und Finanzinstitute mit dem Iran keine Geldgeschäfte mehr abwickeln. Dieser von der EU erzwungene Überweisungsstopp wird den Iran schwer treffen, könnte gar zum Kollaps seiner Wirtschaft führen.

Entsprechend wütend reagierte das Regime und drohte einmal mehr, als Vergeltung Seeminen in der Straße von Hormuz auszusetzen. Dies hätte weltweit fatale Folgen: Durch die Meerenge am Persischen Golf passieren 17 Prozent des täglich weltweit transportierten Erdöls.

Ernstfall

Die USA rüsten indessen seit Monaten für den befürchteten Ernstfall auf: Drei ihrer gigantischen Flugzeugträger haben sich auf beiden Seiten der Meerenge positioniert. Die Zahl der US-Minenräumboote wurde verdoppelt, Spezialhubschrauber wurden in die Region verlegt, alle begleitenden Schnellboote mit Kurzstreckenraketen aufgerüstet. Flankiert wird die gewaltige US-Seestreitmacht vom französischen Flugzeugträger Charles De Gaulle, zwei israelischen Korvetten sowie französischen, britischen, niederländischen und deutschen Minensuchbooten.

Auch zu Land haben die USA ihre Truppen zuletzt massiv verstärkt: Seit Jahresbeginn wurden zusätzliche 50.000 Mann auf die US-Basen auf die Inseln Masirah (Oman) und Sokotra (Jemen) beordert.

Trotz der militärischen Muskelspiele am Persischen Golf und der immer härteren Sanktionen gegen Teheran zeigt der Iran in seiner Atompolitik keine Signale des Einlenkens. Es werde "keinen einzigen Schritt zurück geben", polterte ein Abgeordneter des iranischen Parlaments. Israel, das einen atomar bewaffneten Iran auf jeden Fall verhindern will, droht immer unverhohlener in Richtung Iran. Man habe eine bunkerbrechende Waffe entwickelt, hieß es dieser Tage aus dem israelischen Verteidigungsministerium. Ihr Ziel könnten die unterirdischen Atomanlagen des Iran sein.

( Kurier ) Erstellt am 19.03.2012