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Nach Hacker-Attacke
12/21/2014

USA droht Nordkorea mit Rückkehr auf Terrorliste

Obama: Status wird wegen Hackerangriffs auf Sony überprüft. Regime in Pjöngjang will "ultra-harten Reaktionskrieg" führen.

Als Antwort auf die Hacker-Attacke auf Sony erwägen die USA, Nordkorea nach sechs Jahren wieder auf die Liste der Terrorunterstützerstaaten zu setzen. Ein solcher Schritt werde bereits geprüft, sagte Präsident Barack Obama am Sonntag dem Nachrichtensender CNN.

Zugleich stellte Obama klar, dass Washington den Cyberangriff auf Sony Pictures wegen der Polit-Posse "The Interview" nicht als "Kriegsakt" einstufe, sondern als Vandalismus. Die Attacke anonymer Hacker und Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony bewogen, den für kommenden Donnerstag geplanten Filmstart abzublasen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Regierung in Pjöngjang hinter dem Angriff.

Die Überprüfung, ob Pjöngjang nun zurück auf die Liste der Staaten gesetzt werde, die den Terror unterstützen, sei schon im Gange, sagte Obama in dem am Freitag aufgezeichneten und am Sonntag ausgestrahlten Interview. Das Weiße Haus reagiert damit auf eine Forderung des einflussreichen Senators Robert Menendez an das Außenministerium, das in der Frage maßgeblich ist. Der demokratische Politiker sieht in dem Hacker-Angriff einen "gefährlichen Präzedenzfall" für eine Cyberattacke, die einer großen internationalen Firma enormen Schaden verursachen könne.

Seit 2009 nicht auf Liste

Die USA hatten Nordkorea 2008 von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen. Zur Zeit stehen auf dieser Liste der Iran, der Sudan und Syrien sowie Kuba. Havanna soll aber nach der jüngsten Aussöhnungsoffensive zwischen beiden Staaten auf Wunsch Obamas von der Liste genommen werden.

Pjöngjang hat den Vorwurf, hinter der Cyberattacke auf Sony zu stecken, als grundlos zurückgewiesen. Durch die Anschuldigungen aus Washington sieht sich die Regierung zu heftigem Säbelrassen angestachelt. Streitkräfte und Volk stünden "zur kriegerischen Konfrontation auf allen Gebieten - auch dem Cyberkrieg - bereit, um Festungen zu sprengen", erklärte der Nationale Verteidigungsausschuss (NDC) am Sonntag. Nordkorea werde einen "ultra-harten Reaktionskrieg führen, der sich gegen das gesamte US-Festland richtet".

Zur Abwehr künftiger Cyberattacken wollen die USA offenbar den Erzrivalen und Nordkorea-Verbündeten China ins Boot holen. Peking sei um "Zusammenarbeit" gebeten worden, sagte ein hoher US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Eine entsprechende Anfrage sei bei gemeinsamen Gesprächen über Internetsicherheit gestellt worden. Washington und Peking seien sich einig, dass "zerstörerische Angriffe im Cyberspace außerhalb der Normen angemessenen Cyber-Verhaltens stehen". Eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet ist brisant, da sich beide Regierungen gegenseitig etwa der Industriespionage im weltweiten Datennetz verdächtigen.

Im Zentrum der ganzen Affäre steht eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP), die Ende November einen Cyberangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails veröffentlicht hatte. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen der Parodie "The Interview", in der es um ein angebliches Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un geht, ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Mehrere Kinoketten entschieden daraufhin, den Film aus dem Programm zu nehmen - woraufhin Sony den Kinostart komplett absagte.

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