Donald Trump beim TV-Forum am Mittwoch

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US-Wahlkampf
09/08/2016

Trump lobt Putin im US-Fernsehen

Die US-Präsidentschaftskandidaten nahmen Stellung zu Militärfragen. Dabei zeigte sich der Republikaner einmal mehr beeindruckt vom russischen Präsidenten.

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump und Rivalin Hillary Clinton äußerten sich am Mittwoch im Fernsehen zu Militärfragen. Der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) stand dabei im Mittelpunkt. Trump zeigte sich außerdem einmal mehr von Russlands Präsident Wladimir Putin beeindruckt. An Putin schätze er, dass dieser "sehr starke Kontrolle über sein Land hat", sagte Trump. Putin sei US-Präsident Barack Obama an Führungskraft weit überlegen. Aber: Russland habe "ein ganz anderes System, und ich mag dieses System nicht besonders", räumte Trump ein. Mit Blick auf Putin fügte er hinzu: "Aber in diesem System ist er der klare Anführer - sehr viel mehr, als unser Präsident ein Anführer war."

Mit seinen wiederholten Ehrbezeugungen für Putin hat Trump auch in der eigenen Partei Kritik hervorgerufen. Putin seinerseits hatte Trump, der das Verhältnis zu Russland verbessern will, als "außergewöhnlichen Mann" gepriesen. Er nehme das Kompliment gerne an, sagte Trump am Mittwoch im US-Fernsehen. Putin würde das (bei Verhandlungen) aber nichts bringen, stellte Trump klar.

Bei der vom TV-Sender MSNBC organisierten Veranstaltung nahmen hintereinander Clinton und ihr republikanischer Kontrahent Donald Trump beim sogenannten "Oberkommandierenden-Forum" zu sicherheitspolitischen Themen vor Publikum Stellung. Das TV-Forum fand an Bord des historischen Flugzeugträgers "USS Intrepid" in New York statt.

Der Kampf gegen den Terror

"Wir schicken niemals wieder Bodentruppen in den Irak", sagte Clinton in Hinblick auf den Kampf gegen den Terror und speziell den IS. Es werde unter ihrer Führung auch keine Bodentruppen der US-Streitkräfte in Syrien geben, sagte Clinton. Sie setzt damit die Politik von Amtsinhaber Barack Obama fort, der dies ebenfalls ablehnt. Die Kandidatin hob ihre Erfahrung als frühere Außenministerin hervor und lieferte in ihren Antworten mehr Details als ihr republikanischer Kontrahent.

Konter gab es von Wahlkampfgegner Donald Trump. Der republikanische Präsidentschaftskandidat setzte sich bei der Veranstaltung vehement für eine Stärkung der US-Streitkräfte und eine Aufhebung der Finanzgrenzen zu deren Budgets ein. Die Obama-Administration habe die Armee geschwächt. Die Forderung steht im Gegensatz zu früheren Aussagen Trumps, er wolle sich als US-Präsident weniger in internationale Angelegenheiten einmischen und sogar NATO-Partnern im Zweifel nur dann helfen, wenn das Geld stimmt.

Trump kündigte an, er würde als Präsident die Generäle damit beauftragen, den IS komplett zu vernichten. Er wolle die Streitkräfte auf mehr als 540.000 aktive Soldaten aufstocken und mit mehr Flugzeugen und Schiffen massiv aufrüsten. Er ließ offen, wie er das finanzieren würde. Auf die Frage, wie sein Plan zur Niederschlagung des IS genau aussehe, entgegnete der Republikaner: "Ich will dem Feind jetzt nicht über den Sender sagen, was mein Plan ist."

Im August hatte Trump Präsident Barack Obama noch als "Gründer" der Dihadistenmiliz bezeichnet. "Und ich würde sagen, die Mitbegründerin ist die schurkige Hillary Clinton", sagte Trump vor einem Monat mit Blick auf seine demokratische Rivalin.

Gegenüber der Führung der US-Streitkräfte zeigte sich Trump misstrauisch. Unter Obama und Clinton "sind die Generäle zu Schutt und Asche geworden", sagte der Kandidat. Er fügte hinzu, dass er "zu einigen der Kommandanten" Vertrauen habe.

Clinton präsentiert Unterstützerliste mit 95 Generälen a.D.

Nachdem Donald Trump am Dienstag mit einer Namensliste von 88 ihn unterstützenden Ruhestands-Generälen aufgetrumpft hatte, setzte Hillary Clinton am Mittwoch nach. Ihre Wahlkampfzentrale präsentierte eine Liste mit 95 Generälen a.D., die sich für sie als zukünftige Präsidentin und Oberbefehlshaberin der Streitkräfte aussprachen.

Erste Fernsehdebatte Ende September

Am 26. September werden Cinton und Trump in der ersten Fernsehdebatte direkt aufeinandertreffen.