Politik | Ausland
09.11.2016

Wien: Die Nacht, in der niemand an Trumps Sieg glaubte

Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Kurier.at mit einem Video-Rückblick von der US-Wahlnacht in Wien.

Für österreichische Verhältnisse waren die Sicherheitsvorkehrungen im Wien Museum äußerst streng. Schon von der Ferne sah man die Standlichter der Polizeiautos. Im Gebäude selbst, in dem die US-Botschaft eine Party schmiss, warteten bereits Sicherheitskräfte. Metallzeugs musste abgegeben werden, Handtaschen wurden kontrolliert, aber stets mit einem Lächeln im Gesicht. Man möchte doch höflich sein, denn immerhin fand in der Nacht auf Mittwoch die Präsidentschaftswahl der USA statt (der Ticker zur Nachlese).

Im Saal hingen die mit weißen Sternen übersäten Flaggen, in der Nähe der Bar und des Riesenbildschirms, auf dem Dauerberichterstattung von CNN lief, wurden Hotdogs serviert. Auf einer kleinen Bühne war eine Wahlbox aufgestellt - für jene, die ihre Stimme symbolisch abgeben wollten. Aus den Boxen tönte ein Bass, Gespräche wurden deshalb auch lauter geführt. Doch als die US-Botschafterin in Wien, Alexa Wesner, das Podium betrat, wurde es für einen Moment still. Niemand sprach, das Popcorn ließ man links liegen, das Craft-Beer musst im Glas bleiben. Eine Menschentraube bildete sich. Es sei eine wichtige Nacht, sagte die Diplomatin. Heute gehe es um Menschenrechte, demokratische Werte und Freiheit. Der Applaus nach der emotionalen Rede war groß, das Interesse am Duell Donald Trump und Hillary Clinton allerdings größer.

Niemand glaubte daran

Auch im dritten Wiener Gemeindebezirk wurde gefeiert. Die Democrats Abroad, die Organisation für US-Demokraten im Ausland, hatten sich im Irish Pub "The Golden Harp" eingemietet. Hier feierte man nicht im Anzug, sondern in Jeans und T-Shirt, bei Guinness und Chicken Wings - die es um 3 Uhr nicht mehr gegeben hat.

Obwohl die Szenarien nicht unterschiedlicher sein konnten, waren sich die Personen in einem einig: Hillary Clinton wird die 45. Präsidentin der Vereinigten Staaten. Nur wenige Stunden später wusste man es besser: Die US-Amerikaner wählten den Immobilien-Tycoon Donald Trump zum Staatsoberhaupt.

Kurier.at mit einem Rückblick auf eine ganz widersprüchliche Wahlnacht in Wien.