Politik | Ausland
30.05.2017

McCain: Putin ist gefährlicher als die IS-Dschihadisten

"Ich denke, er (Putin, Anm.) ist die erste und wichtigste Bedrohung, mehr noch als der IS", sagte der US-Senator am Montagabend im australischen Fernsehsender ABC mit Blick auf die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl.

Der einflussreiche US-Senator John McCain hält den russischen Staatschef Wladimir Putin für eine größere Bedrohung für die weltweite Sicherheit als die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat". "Ich denke, er ist die erste und wichtigste Bedrohung, mehr noch als der IS", sagte McCain am Montagabend im australischen Fernsehsender ABC mit Blick auf die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl.

Die IS-Miliz tue zwar "schreckliche Dinge", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im US-Senat. Russland habe aber versucht, das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen und damit die "Grundlagen der Demokratie zu zerstören". Zwar gebe es dafür bisher keine Beweise, räumte McCain ein. Russland versuche aber weiterhin Wahlen zu manipulieren, zuletzt etwa die Präsidentschaftswahl in Frankreich.

"Größte Herausforderung"

McCain verwies auch auf das russische Vorgehen im Ukraine-Konflikt und die Sorgen der baltischen Staaten. Daher sei Putin für ihn "die größte Herausforderung, die wir derzeit haben", sagte McCain.

Der republikanische Senator, der ein parteiinterner Kritiker von Präsident Donald Trump ist, äußerte sich in dem Interview auch zur Russland-Affäre. Die Geheimdienstausschüsse im US-Kongress gehen derzeit dem Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der russischen Regierung nach.

Zuletzt war in der Affäre auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner unter Druck geraten: Einem Medienbericht zufolge soll sich der 36-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka in der Phase zwischen Trumps Wahl und seinem Amtsantritt um die Einrichtung eines geheimen Gesprächskanals mit dem Kreml bemüht haben.

"Mir gefällt das nicht"

McCain sagte zu den Vorwürfen: "Mir gefällt das nicht." Zwar hätten einige Regierungsvertreter einen solchen Kommunikationskanal als "Standardverfahren" gerechtfertigt. Er halte es aber nicht für normal, wenn ein solcher Vorstoß vor der Amtsübernahme eines Präsidenten von jemandem komme, der kein offizielles Amt bekleide.

Kushner sagt ab Dienstag vor den Geheimdienstausschüssen von Repräsentantenhaus und Senat aus. Seine Anwältin kündigte an, er werde dem US-Kongress über sein Wissen Auskunft geben.