Politik | Ausland
24.03.2017

Trump-Interview: "Ich bin Präsident und du nicht"

Dem Time-Magazin gab Trump ein Interview über sein Verhältnis zur Wahrheit.

"Ist die Wahrheit tot?", fragt das Time-Magazine auf seinem aktuellen Cover, das genauso aussieht wie eines aus dem Jahr 1986, wo die Frage war: "Ist Gott tot?". Anlass des Artikels ist natürlich Donald Trump, mit dem Time für den Artikel ein Telefoninterview über sein Verhältnis zur Wahrheit führte. Es ist alles wie gehabt: Trump bleibt Trump und von sich überzeugt. "Ich weiß, wie das Leben läuft", sagt er da beispielsweise.

Trump hat immer recht

"Ich habe vieles prophezeit", sagt Trump zu Beginn des Interviews. Schweden zum Beispiel. "Ich sage das, und alle drehen durch deshalb". Die Geschichte ging so: Kurz nachdem er in einer Rede suggeriert hat, es habe dort einen Anschlag gegeben, wofür er hart kritisiert wurde, seien tatsächlich Unruhen ausgebrochen. Heruntergebrochen heißt das: Trump hat ein Ereignis behauptet, das nicht stattgefunden hat und weil kurze Zeit später etwas anderes passiert ist, hat er nicht nur nicht gelogen, sondern etwas vorhergesagt. Genauso sei es bei der Wahl gewesen: Trump habe gesagt, er würde gewinnen und er hat gewonnen.

Trump hält auch an seinen Aussagen fest, es habe am 11. September in New Jersey feiernde Muslime gegeben, sowie dass drei Millionen Menschen bei der US-Wahl illegal abgestimmt haben. "Ich bin eine sehr instinktive Person, aber mein Instinkt stellt sich immer als richtig heraus", sagt er auf die Frage, ob er als Präsident weiter Vorhersagen aufstellen wird, für die er keinen Beleg hat.

Für Falschaussagen und Lügen - etwa die Behaupung, der Vater des republikanischen Senators und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz sei an der Ermordung von John F. Kennedy beteiligt gewesen - will er sich nicht entschuldigen: Er habe das eben in einer Zeitung gelesen. Sollte der Präsident nicht nur Dinge sagen, die er verifizieren kann? "Ich sage so etwas nicht, ich zitiere es."

Letzten Endes, sagt Trump, "kann ich es nicht so schlecht machen, weil ich bin Präsident und du nicht."