Politik | Ausland
18.08.2017

Trump empfiehlt Schweineblut-Legende als Anti-Terror-Methode

Nach dem Anschlag in Barcelona twitterte Donald Trump die Geschichte des US-Generals John Pershing. Er soll mit einer ungewöhnlichen Methode dafür gesorgt haben, dass es 35 Jahre lang keinen islamischen Terrorismus gab.

"Lernen Sie das, was US-General Pershing mit gefangenen Terroristen getan hat. Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!", twitterte Donald Trump kurz nach dem Anschlag von Barcelona.

Doch was genau meint der US-Präsident damit? Wer ist Pershing? Und was hat er mit Terroristen getan?

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/898254409511129088
Donald J. Trump (@realDonaldTrump

John Pershing war von 1909 bis 1913 Gouverneur der Provinz Moro auf den Philippinen, während der sogenannten Moro-Rebellion. Damals gab es starken Widerstand gegen die USA, die die Philippinen als Kolonie von Spanien übernommen hatten. Pershing soll daher 50 muslimische Gefangene mit Projektilen, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte, exekutiert haben. Mit dem Blut der für gläubige Muslime unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Danach soll es eben 35 Jahre keinen Terror gegeben haben.


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Mythos Pershing

Aber die Schweineblut-Methode von Pershing ist und bleibt eine Legende. US-Medien und Politifact, das US-Rechercheprojekt, das immer wieder Trumps Behauptungen seziert, haben seinen Tweet überprüft. "Diese Geschichte ist eine Fälschung und längst diskreditiert", wird zum Beispiel Brian McAllister Linn, einen Historiker der Texas A&M University, zitiert. Vor allem hätte der Widerstand gegen die USA noch jahrzehntelang fortbestanden: Falls es solche Taktiken gab, hatten sie wenig Erfolg. "Ich bin erstaunt, dass die Legende noch immer die Runde macht", sagt Linn.

Lance Janda, Militärhistoriker an der Cameron University, erklärt, dass Pershing übrigens nur gekämpft hätte, wenn es sein musste - und wenn es Schlachten gegen "Stämme und Banden waren, die mit sich nicht verhandeln ließen".

Trump scheint es wenig zu stören. dass er Legenden als Anti-Terror-Methoden empfiehlt. Schon im Wahlkampf 2016 begann er mehrmals die Geschichte zu zitieren. Und auch damals wurde die Geschichte von Historikern als Lüge enttarnt. Historiker Linn glaubt zu wissen, warum der Mythos so lange lanciert wurde: "Es scheint, dass die Quellen der Geschichte eine anti-muslimische Einstellung haben. Es waren jedenfalls keine Historiker."