Politik | Ausland
22.06.2016

US-Kongress: Sit-in für strengeres Waffengesetz

Abgeordnete der Demokraten wollen mit dieser Aktion ein strengeres Waffengesetz erreichen.

Seltenes Bild im US-Kongress: Demokratische Abgeordnete haben am Mittwoch ein Sit-in veranstaltet, um ihre Forderung nach einem schärferen Waffenrecht zu untermauern.

Der Abgeordnete John Lewis sagte, einige Dutzend seiner Kollegen würden solange auf dem Boden sitzen bleiben, bis eine Abstimmung angesetzt sei. Darin solle festgelegt werden, dass keine Waffe kaufen dürfe, wer auf so genannten No-Fly-Listen geführt werde.

„Wie viele Mütter, wie viele Väter werden noch Tränen der Trauer vergießen müssen, bevor wir etwas tun?“, sagte Lewis. Der Ruf nach einer Verschärfung des Waffenrechts ist nach dem Attentat von Orlando, bei dem 49 Menschen erschossen wurden, wieder deutlich lauter geworden. Der Senat wies allerdings erst am Montagabend entsprechende Gesetzesvorschläge der Demokraten zurück.

Die Republikaner haben in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama sagte, die Aktion der demokratischen Abgeordneten spiegele Frust und Ärger vieler Menschen über eine republikanische Blockadehaltung. Ihr Anliegen sei weder kontrovers noch radikal. Sie würden schlicht dafür werben, in überparteilichem Konsens über eine Politik abzustimmen, für die es im Land eine breite Mehrheit gebe.