Politik | Ausland
20.08.2017

US-Abgeordnete will Trumps Geisteszustand überprüfen lassen

Eine entsprechende Resolution wurde im Repräsentantenhaus eingebracht. Trump will nach seinem Urlaub in Phoenix eine große Rede halten.

Die demokratische US-Abgeordnete Zoe Lofgren will Präsident Donald Trump dazu zwingen, sich medizinisch untersuchen zu lassen - auch auf seinen Geisteszustand hin. Eine entsprechende Resolution brachte die Kalifornierin jetzt im Repräsentantenhaus ein, wie am Sonntag bekannt wurde. Ziel ist es demnach herauszufinden, ob der Republikaner "stabil" genug ist, im Amt zu bleiben.

Sollten die Ergebnisse dagegen sprechen, so heißt es in dem Entwurf, müssten Vizepräsident Mike Pence und Regierungsmitglieder ihn von seinem Posten entfernen. Sie beruft sich dabei auf Artikel 25 in der US-Verfassung, der einen solchen Schritt unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht.

Die Abgeordnete stellte in einer Pressemitteilung die Fragen: "Leidet der Präsident an einem frühen Stadium von Demenz? Hat der Stress des Amtes eine mentale Krankheit verstärkt, die seine Impulskontrolle beeinträchtigt? Hat eine emotionale Störung den Präsidenten so beeinträchtigt, dass er unfähig ist, seine Pflichten zu erfüllen? Ist der Präsident geistig und emotional stabil?"

Der Präsident selbst kehrt am Montag nach seinem Urlaub wieder ins (renovierte) Weiße Haus zurück und könnte demnächst wieder für Wirbel sorgen. Er will mit einer Großkundgebung wieder in die Offensive gehen. Am Dienstagabend (Ortszeit) wird Trump vor Tausenden Anhängern in Phoenix (Arizona) sprechen - trotz gegenteiliger Bitte des demokratischen Bürgermeisters der Stadt, Greg Stanton.

Stanton hatte gebeten, der Nation so kurz nach Charlottesville erst einmal Zeit zur Verarbeitung und "Heilung" zu geben. Auch besteht die Sorge, dass es zu Zusammenstößen zwischen Trump-Anhängern und Gegendemonstranten kommen könnte.