UN beklagen "schlimmste Kämpfe in Syrien"

dapdIn this photo released by the Syrian official news agency SANA, a Syria man, right reacts as flames and smoke rise from burned cars after two bombs exploded, at Qazaz neighborhood in Damascus, Syria, on Thursday May 10, 2012. Two strong explosions rip
Foto: dapd Nach einer Bombenexplosion in Damascus

Die Lage habe sich seit dem Waffenstillstandsappell verschlimmert, meinen die UN. Die EU-Kommission warnt nach dem Abschuss eines Jets vor einer weiteren Eskalation.

In Syrien toben nach Angaben des UN-Hilfskoordinators Ali al-Zaatari derzeit mit die schlimmsten Kämpfe seit Beginn des fast siebenjährigen Bürgerkriegs. Seit dem Aufruf der Vereinten Nationen zu einer einmonatigen Waffenruhe vor einer Woche habe sich die Lage im gesamten Kriegsgebiet noch verschlechtert, schrieb der Jordanier am Montag in einer Erklärung aus Damaskus.

Es gebe Berichte über Hunderte Tote und Verletzte, massive Vertreibungen und von Zerstörung ziviler Infrastruktur einschließlich medizinischer Einrichtungen. Die UN hatten am 6. Februar zu einer mindestens einmonatigen Feuerpause aufgerufen, um den Menschen dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen und Verletzte aus den Kampfgebieten herausholen zu können. Dieser Appell sei verhallt. "Wir werden gerade Zeugen einiger der schlimmsten Kämpfe des gesamten Konflikts", schrieb Zaatari.

"Leiden der Bevölkerung muss aufhören"

Das schreckliche Leiden der syrischen Bevölkerung müsse aufhören. "Ich appelliere an alle Parteien und diejenigen, die Einfluss auf sie haben: Hört auf uns und die betroffene Bevölkerung und beendet dieses unerträgliche menschliche Leid", schrieb Zaatari. "Wir müssen jetzt die Menschen in Not erreichen, nicht später."

Am Samstag hatte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Zeid Ra'ad al-Hussein erklärt, dass bei syrischen und russischen Luftangriffen in den Rebellengebieten Idlib und Ost-Ghuta in der vergangenen Woche 230 Zivilisten getötet wurden. Aus dem von Regierungstruppen eingeschlossenen Ost-Ghuta müssten über 700 Patienten zur ärztlichen Versorgung herausgebracht werden, erklärte die WHO-Vertreterin in Syrien, Elizabeth Hoff. Die Lage verschlimmere sich von Tag zu Tag. Seit dem 28. November habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Hilfsgüter mehr in die Rebellen-Enklave bringen können.

Nach dem Abschuss eines israelischen Kampfjets durch Syrien warnte die EU-Kommission vor einer militärischen Eskalation in der Region. Der Konflikt könnte sich dadurch ausweiten. Die EU-Kommission appellierte an die Beteiligten in Syrien, ihre Alliierten und die regionalen Vertreter, sich an das Völkerrecht zu halten und von Aktionen abzusehen, die das Leid der syrischen Bevölkerung vergrößerten. "Es gibt keine Alternative zu einer politischen Lösung in Syrien", sagte eine Kommissionssprecherin. Die EU unterstütze weiterhin die von den Vereinten Nationen (UN) geführte Vermittlung und die Arbeit des UN-Sondergesandten für Syrien Staffan de Mistura.

Syrien: Offensive gegen Terrormiliz IS

(apa, reuters / eho) Erstellt am
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