Auf dem Weg in den Osten ÔÇô eine Mutter verabschiedet ihren Sohn.

┬ę REUTERS/VALENTYN OGIRENKO

Ukraine

Neuer Nicht-Krieg nach der Nicht-Waffenruhe

Ostukraine: Schwere Gefechte an vielen Orten.

10/21/2014, 06:16 PM

Aller Optimismus von Anfang September ist verflogen. Damals hatten sich die Regierung in Kiew, die Separatisten in der Ostukraine und Russland in Minsk auf einen Waffenstillstand geeinigt. So wirklich gehalten hatte der zwar nie, aber jetzt d├╝rfte er endg├╝ltig Geschichte sein: Seit Tagen toben K├Ąmpfe mit schweren Waffen um den Flughafen von Donezk, nahe Lugansk sollen 200 ukrainische Soldaten von Separatisten im Kampf um ein strategisch wichtiges Fernw├Ąrmekraftwerk eingekesselt worden sein, und auch aus Mariupol an der K├╝ste zum Azowschen Meer wurden Einschl├Ąge gemeldet. Im Bericht der OSZE-Beobachtermission wird praktisch von fl├Ąchendeckendem Gefechtsl├Ąrm berichtet. Quasi amtlich machte es jetzt der "Premierminister" der selbst ernannten Volksrepublik Donezk, Aleksandr Sachartschenko: Via twitter erkl├Ąrte er, der Waffenstillstand m├╝sse "als aufgegeben betrachtet werden". Und auch Pr├Ąsident Petro Poroschenko hielt in einem TV-Interview fest, dass sich die derzeitige Demarkationslinie im Osten von der in Minsk vereinbarten Linie unterscheide.

Offensiven oder gro├če Gebietsgewinne d├╝rften aber f├╝r beide Seiten verlustreiche Unterfangen werden. Auch wenn der Waffenstillstand nie so wirklich gehalten hatte, so war es an den meisten Frontabschnitten doch bei Weitem ruhiger als zuvor. Und diese Ruhe haben beide Lager genutzt, um ihre Verteidigungsstellungen auszubauen. Um Mariupol etwa wurden gleich drei Verteidigungsringe gezogen. Ebenso d├╝rften sich die Separatisten vor allem in Donezk effizient verbarrikadiert und neu formiert haben. Zumindest schienen die ukrainischen Einheiten im Kampf um den Flughafen schwer in der Defensive.

Streumunition

Schwere Vorw├╝rfe werden nun gegen die ukrainische Armee laut. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sollen die ukrainischen Streitkr├Ąfte in der Ostukraine Streumunition eingesetzt haben. Derartige, auch Clusterbomben genannte Gescho├če sind international ge├Ąchtet, weil viele der verbreiteten Mini-Bomben nicht explodieren und somit ganze Landstriche vermint werden. Es gebe starke Hinweise auf einen Einsatz solcher Bomben an Dutzenden Orten, hei├čt es in dem Bericht.

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