Donald Trump trifft auf Hillary Clinton

© Deleted - 903042

US-Wahl
09/26/2016

TV-Duell: Was für Trump, was für Clinton spricht

Heute Nacht treten Hillary Clinton und Donald Trump zu ihrem ersten TV-Duell an.

von Thomas Trescher

Es soll eines der größten TV-Ereignisse in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden. Mehr als 100 Millionen US-Amerikaner werden einschalten. Um 3:00 Uhr Nachts mitteleuropäischer Zeit werden sich Donald Trump und Hillary Clinton in ihrem ersten TV-Duell gegenüberstehen. Hinter den Superlativen und abseits der gigantischen Show steht die Frage, ob die drei TV-Debatten tatsächlich die Wahl entscheiden können. 2012 zum Beispiel überholte Mitt Romney nach einer überraschend starken Performance Barack Obama in den Umfragen, die Wahl verlor er trotzdem. 2004 besagten alle Umfragen, dass die Wähler John Kerry bei den drei Duellen gegen George W. Bush als Sieger sahen, die Wahl gewann Bush.

Dennoch: Ein grober Fehler, eine katastrophale Performance könnten eine sehr knappe Wahl vielleicht entscheiden. Die Statistik lehrt uns, dass Trump größere Chancen hat, vom Duell zu profitieren. Bei den vergangenen zehn Präsidentschaftswahlen hat acht Mal der Kandidat jener Partei, die nicht den Präsidenten stellt, in den Umfragen zugelegt. Wie stehen nun die Chancen der Kandidaten abseits der Statistik?

Was für Hillary Clinton spricht:

  • Ihre Erfahrung. Donald Trump musste sich in den Vorwahlen zwar unzähligen Debatten in mit seinen republikanischen Mitbewerbern stellen, ein one-on-one-Duell stand dabei aber nicht auf Programm. Clinton hat sich bereits 2008 in den demokratischen Vorwahlen dem späteren Präsidenten Barack Obama gestellt, in den diesjährigen Vorwahlen bestritt sie Duelle gegen Bernie Sanders – und schnitt dort immer gut ab.
  • Ihr Fachwissen. Detailfragen über Syrien, das Gesundheitssystem oder irgendetwas ganz anderes bringen Clinton nicht aus der Ruhe; sie gilt als geradezu detailversessen.
  • Ihre Reputation. Überzeugte Trump-Anhänger wird Clinton auch in dem Duell nicht überzeugen können, genauso wie umgekehrt. Aber niemand stellt in Abrede, dass sie als ehemalige Außenministerin, Senatorin und First Lady für das Amt qualifiziert ist. Während Trump erst beweisen muss, dass er auch wie ein Präsident wirken kann.

Was für Donald Trump spricht:

  • Die Erwartungshaltung. Donald Trump kann nur gewinnen, weil er der unerfahrene Underdog ist. Sollte er sich keine peinlichen Ausrutscher leisten, wäre das bereits für viele eine Überraschung.
  • Seine Unberechenbarkeit. Zur Vorbereitung für TV-Duelle gehören interne Probeduelle, bei denen ein Mitglied der Kampagne den Gegner mimt. Hillary Clinton stand vor zwei Problemen, zum Einen: Wer aus ihrem Team kann jemanden wie Donald Trump spielen? Und zum Anderen: Auf welchen Trump soll sie sich vorbereiten? Den unberechenbaren Trump oder einen sanften Trump, der um Wähler aus der Mitte buhlt? Wer das Trump-Double wurde, hielt die Clinton-Kampagne geheim, bestätigt wurde, dass sich Clinton auf beide Trumps vorbereitet
  • Dass es egal ist, was er sagt. 69 Prozent aller Fakten, die die Seite Politifacts von Donald Trump gecheckt hat, waren zumindest teilweise falsch. Den Wählern scheint das völlig egal zu sein, Trumps Umfragewerte steigen seit Wochen – während fivethirtyeight.com die Wahrscheinlichkeit eines Clinton-Sieges Mitte August noch mit knapp 90 Prozent bezifferte, sind es aktuell nur noch 57 Prozent.
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.