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Türkei schließt Grenze zu Syrien

Aus Sicherheitsgründen schließen die Türken die Grenze zu Syrien. Das Regime schickt unterdessen weitere Truppen in die Stadt Aleppo.

07/25/2012, 10:02 AM

Der Nachbarstaat Syriens, die Türkei, hat aus Sicherheitsgründen die Grenze zu Syrien geschlossen. Die Grenzübergänge würden am Mittwoch bis auf Weiteres aus "Sicherheitsgründen" dichtgemacht, sagte ein Vertreter der türkischen Behörden der Nachrichtenagentur AFP. Ähnlich äußerte sich ein Behördenvertreter gegenüber Reuters. An den Grenzposten auf syrischer Seite hatte es in den vergangenen Tagen Kämpfe zwischen Rebellen und der syrischen Armee gegeben.

Laut ersten Informationen soll die Sperre aber nur den Güterverkehr betreffen. Damit wird insbesondere der Warenhandel zwischen den beiden Staaten unterbunden. Lastwagen, die Syrien nur als Transitland nutzen wollten, dürften weiterhin passieren, sagte Wirtschaftsminister Zafer Caglayan. Ausnahmen gebe es auch für Lastwagen aus Syrien, die Güter zur Versorgung der Bevölkerung aus der Türkei holen wollten. An der 900 Kilometer langen Grenze der Türkei zu Syrien gibt es 13 Grenzübergänge.

Flüchtlinge aus Syrien gelangen offenbar weiter in die Türkei. Das bestätigten die türkische Regierung und eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. 42.000 Syrer sind in den vergangenen Monaten in den Nachbarstaat geflüchtet.
Wie Al-Jazeera außerdem berichtet, ist die Hälfte der UN-Beobachter bereits aus Syrien abgereist.

Die Gefechte im bereits heftig umkämpftem  Aleppo gehen unterdessen weiter. Die syrische Regierung schickt nach Angaben der Rebellen weitere Truppen in die Handelsmetropole. Eine "große Anzahl von Soldaten" sei aus der Provinz Idlib abgezogen und nach Aleppo entsandt worden, sagte ein Sprecher des Militärrats der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) der Nachrichtenagentur AFP.

Die Moral der dort eingesetzten Regierungstruppen bezeichnete er als "sehr schlecht": Viele Soldaten würden weglaufen, Dutzende andere desertieren. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Der Anfang Juli desertierte syrische General und ehemalige Assad-Vertraute Manaf Tlass rief unterdessen alle Syrier auf, gemeinsam auf eine neue Ära in Syrien nach Präsident Bashar al-Assad hinzuarbeiten. Es sei "die Pflicht aller Syrer, sich zusammenzuschließen, um ein freies und demokratisches Syrien aufzubauen", forderte der abtrünnige General am Dienstagabend in einer vom Blatt abgelesenen Erklärung im Fernsehsender Al-Arabiya. Das neue Syrien dürfe nicht "auf Rache, Ausgrenzung oder Monopole" aufgebaut werden.

Es war der erste öffentliche Auftritt des langjährigen engen Assad-Vertrauten seit seiner Flucht aus Syrien. Tlass gehörte lange Jahre zu einer Elite-Einheit, die für die Sicherheit der Staatsführung unmittelbar verantwortlich ist. Nach Angaben von Experten könnte er nach eine möglichen Ende der Assad-Regierung in der Übergangszeit eine führende Rolle übernehmen.

Berichte über Massenpanik nach Armee-Feuer auf Vorstadt von Damaskus

Neben Aleppo ist auch Damaskus wieder im Visier: Syrische Regierungstruppen haben Oppositionellen und Bewohnern zufolge am Mittwoch eine Vorstadt von Damaskus schwer unter Beschuss genommen. Hunderte Familien seien auf der Flucht, sagten Regierungsgegner. Bei dem Angriff auf die von Rebellen gehaltene Stadt mit rund 100.000 Einwohnern in der Nacht seien vermutlich Wohnhäuser getroffen worden. "Militärhubschrauber fliegen über der Stadt. Die Leute sind durch die Explosionen wachgeworden und versuchen, wegzukommen", sagte ein Oppositioneller am Telefon. Die Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen hatten zuvor die Altstadt der Finanzmetropole Aleppo erreicht.

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