Politik | Ausland
22.06.2017

Türkei schickt Schiff mit Hilfsgütern nach Katar

Ankara kommt dem isolierten Verbündeten Katar zur Hilfe.

Die Türkei hat erstmals ein Schiff mit Hilfsgütern für seinen isolierten Verbündeten Katar geschickt. Das Schiff verließ den Hafen von Aliaga in der westlichen Provinz Izmir mit 4000 Tonnen Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag meldete.

Es soll in zehn Tagen in dem Golfemirat eintreffen, das seit zwei Wochen einer Blockade durch seine Nachbarn ausgesetzt ist.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade gegen den gasreichen Wüstenstaat am Persischen Golf verhängt. Die Türkei kritisierte das Vorgehen gegen seinen Verbündeten und schickte mehr als hundert Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar, wie Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci am Mittwoch mitteilte.

Notwendige Importe

Katar zählt zwar dank seiner riesigen Gasvorkommen zu den reichsten Staaten der Welt, doch besteht der Kleinstaat fast vollständig aus Wüste. Zur Versorgung der 2,6 Millionen Einwohner ist das Emirat auf Nahrungsimporte angewiesen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen Katar vor, "Terrorgruppen" wie die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas zu unterstützen. Zudem sind sie verärgert darüber, dass Katar ihren harten Kurs gegenüber dem Iran nicht mitträgt. Die Türkei betrachtet Katar als wichtigen Verbündeten am Golf, will aber zugleich Saudi-Arabien nicht gegen sich aufbringen, mit dem Ankara ebenfalls enge Beziehungen unterhält.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan telefonierte am Mittwochabend mit dem saudi-arabischen König Salman, nachdem dieser seinen Sohn Mohammed bin Salman zum Kronprinzen gemacht hatte. Laut Anadolu sprach Erdogan auch mit dem neuen Thronfolger und gratulierte ihm. Bei dem Gespräch vereinbarten beide Seiten, ihre "Bemühungen zu verstärken", um den Konflikt mit Katar beizulegen.