Recep Tayyip Erdogan: Machtkampf mit Fethullah Gülen.

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Türkei
04/24/2014

Erdogan hat Armeniern Beileid ausgesprochen

Im Osmanischen Reich kamen im Ersten Weltkrieg zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben.

In ungewohnt offener Form hat der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan den Nachkommen der zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Osmanischen Reich getöteten Armenier das Beileid seines Landes übermittelt. In einer Erklärung wandte er sich am Mittwoch an "die Enkel der 1915 getöteten Armenier".

Während Armenien ebenso wie viele andere Länder die Deportationen und Massaker an der armenischen Minderheit in den Jahren 1915 bis 1917 als gezielten Völkermord der damals regierenden Jungtürkenbewegung betrachtet, lehnt die Türkei den Begriff des Genozids für die Ereignisse ab. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen während des Ersten Weltkriegs zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. In Armenien wird der 24. April offiziell als Völkermord-Gedenktag begangen.

Bereits Mitte Dezember hatte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bei einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Erewan die Deportationen als "Fehler" und "unmenschlich" bezeichnet. Er sprach sich für eine Versöhnung beider Länder auf der Grundlage einer "gerechten Erinnerung" aus.

Im Jahr 2009 hatten Ankara und Erewan ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet, doch scheiterte die Annäherung binnen sechs Monaten, wobei beide Seiten einander vorwarfen, neue Forderungen zu stellen. Weitere Bemühungen zur Normalisierung der Beziehungen liegen seitdem auf Eis.

"Positiver Schritt" für die USA

Die USA haben die Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten begrüßt. Dies sei ein "positiver Schritt", der zu einer "vollen Anerkennung der Fakten" und zur Versöhnung führen könne, sagte Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenamtes, am Mittwoch in Washington.

Erdogan hatte in einer Botschaft die Opfer der Armenier als "gemeinsames Leid" bezeichnet. "Es lässt sich nicht abstreiten, dass die letzten Jahre des Osmanischen Reiches, gleich welcher Religion oder ethnischer Herkunft sie angehörten, für Türken, Kurden, Araber, Armenier und Millionen weiterer osmanischer Bürger eine schwierige Zeit voller Schmerz waren", teilte Erdogan mit.

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