Politik | Ausland
20.12.2017

Trumps "Water"-Gate

Trump soll an Demenz leiden, will die Netzgemeinde wissen.

Während US-Präsident Donald Trump sich über die Verabschiedung seiner Steuerreform durch den Senat freute, freuten sich seine Gegner über etwas anderes. Denn das Netz hat den POTUS wieder einmal auf der Schaufel.

Der Grund: Trump hat erneut bei einer Rede einen Schluck Wasser getrunken – mit beiden Händen. Die Reaktionen gehen von Spott bis zu ernsthafter Besorgnis über Trumps Gesundheitszustand.

Seine unübliche Art, ein Glas zu halten, erheitert die Twitter-Gemeinde. Am treffendsten fanden die Twitteranten offenbar den Waschbär-Vergleich. Doch auch das "D-Wort" fällt mehrmals.

Die Fraktion Gesundheitsbedenken:

Die Fraktion Vergleich:

Die Fraktion Gaga:

Die Fraktion kleine Hände:

Aber nicht nur sein unübliches Trink-Verhalten gibt der Bevölkerung Bedenken. Bei seiner Rede, bei der Trump Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannte, hatte der Präsident stark genuschelt und Wörter verschluckt.

Sein Sprachvermögen war das Zentrum einer umfangreichen Recherche von STAT, dem Wissenschaftsportal des " Boston Globe". Wissenschaftler verglichen Trump-Reden aus den vergangenen 30 Jahren und kamen zu dem Schluss, dass sich die Sprache des 71-Jährigen in der letzten Zeit stark verschlechtert hat. Das Vokabular war früher reichhaltiger, die Sätze komplizierter und doch verständlicher. Heute - das fiel vor allem im Wahlkampf auf - führen Schachtelsätze den Präsidenten meistens in eine Sackgasse. In seinen Reden springt er oft von einem Gedanken zum anderen, auf den Punkt kommt er manchmal nicht.

Auf MSNBC sagte Moderator Joe Scarborough Ende November, dass ihm aus Trumps Umfeld zu Ohren gekommen sei, Trump leide an einem "frühen Stadium von Demenz". Trump habe sich "vollständig von der Realität gelöst". Scarborough wurde seither dutzende Male zitiert.

Die Gesundheitsbedenken reichen von Demenz bis Narzissmus, auch über ein falsches Gebiss wurde spekuliert, das möglicherweise nicht mehr so gut hält. Während des Wahlkampfs hatte Trumps Arzt ihm eine „hervorragende Gesundheit“ bescheinigt. Der Mediziner hatte bereits 2015 erklärt, falls Trump gewinnen würde, wäre er „der gesündeste Mensch, der jemals ins Präsidentenamt gewählt wurde“.

Jüngste Fragen zu seiner Gesundheit nannte seine Sprecherin Sarah Sanders zwar „lächerlich“, Anfang kommenden Jahres werde aber ein Arztbericht zur Gesundheit Trumps veröffentlicht. Dazu soll Trump demnächst im Nationalen Militärkrankenhaus Walter Reed untersucht werden.