Politik | Ausland
06.02.2017

Trump wirft der "New York Times" frei erfundene Geschichten vor

US-Präsident spricht von "totaler Fiktion".

US-Präsident Donald Trump hat der Zeitung New York Times vorgeworfen, Berichte über ihn frei zu erfinden: "Die gescheiterte New York Times schreibt in Bezug auf mich totale Fiktion", schrieb Trump am Montag auf Twitter.

Trump bezog sich offenbar auf einen Artikel in der Zeitung, in dem zahlreiche Details über Arbeitsabläufe und das tägliche Leben im Weißen Haus in den ersten beiden Wochen von Trumps Präsidentschaft aufgelistet sind. In dem Beitrag heißt es zudem, das Weiße Haus stehe vor einer Änderung bei den internen Abläufen. Trump solle künftig früher in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Von der Absicht, den umstrittenen Rechtsaußen Stephen Bannon in den Nationalen Sicherheitsrat aufzunehmen, soll er erst kurz vor seiner Unterschrift erfahren haben.

Aufwärtstrend nach Kritik

Die New York Times gilt als eines der qualitativ hochwertigsten Blätter der Welt. Die Journalisten der Zeitung gewannen 117 Pulitzer-Preise. Durch die (Twitter- und) Verbal-Attacken des neuen US-Präsidenten registrieren die großen US-Medienunternehmen erstmals seit Jahren wieder einen Aufwärtstrend bei den Leser, Hörer- und Zuschauerzahlen. Während Zeitungen, Radio-und Fernsehsender bereits während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr ein Wachstum beobachteten, hat sich dieser Trend seit der Amtseinführung Trumps weiter fortgesetzt.

Zuletzt stiegen die Zuschauerzahlen von CNN um 94 Prozent an, nachdem Trump den Nachrichtensender als Überbringer von sogenannten Fake News bezeichnet hatte. Die New York Times ließ jüngst verlauten, im vierten Quartal 2016 knapp 300.000 neue Abonnenten für ihr Onlineportal gewonnen zu haben.

Experten erklären den Aufwärtstrend damit, dass viele US-Bürger den Wert unabhängiger Medien erkennen. "Wir hören von den Abnehmern, dass es wirklich ein starkes Bedürfnis nach Fakten und Wahrheit gibt", sagte Dan Schaub von der Mediengruppe McClatchy. "Deshalb wenden sie sich dem zu, was sie als gute Marken und glaubhafte Quellen kennen."

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Zum Artikel der New York Times